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Nächster Patzer von US-Präsidentschaftskandidat: Cain vermutet Taliban in libyscher Regierung

Außenpolitik ist seine Sache nicht. Herman Cain, Präsidentschaftsanwärter der Republikaner, hat sich erneut einen ordentlichen Schnitzer erlaubt: Er glaubt, dass die Taliban und al Kaida Gaddafis Nachfolge in Libyen angetreten haben.

Internationale Politik stellt den amerikanischen Präsidentschaftsanwärter Herman Cain immer wieder vor große Herausforderungen. Wenige Tage nach einem Aussetzer zur Libyen-Politik leistete sich der derzeit führende republikanische Kandidatenbewerber einen weiteren Schnitzer: Die Taliban und das Terrornetzwerk al Kaida spielten eine Rolle in der neuen libyschen Regierung, erklärte der ehemalige Chef einer Pizzakette am vor Reportern in Florida.

"Stimme ich damit überein, dass Gaddafi gehen sollte? Stimme ich damit überein, dass wir jetzt ein Land haben, in dem Taliban and al Kaida Teil der Regierung sind", fragte Cain. Der parteiinterne Führer im Rennen um eine Spitzenkandidatur war Anfang der Woche ins Stolpern geraten, als er in einem Interview des "Milwaukee Journal Sentinel" nach seiner Meinung zur Libyen-Politik von Präsident Barack Obama gefragt wurde. Cain hatte zunächst geschwiegen und dann ratlos geantwortet: "Okay, Libyen." Ein Video, in dem Cain daraufhin weiter hilflos um Antworten ringt, erfreute sich im Internet größter Beliebtheit.

Belästigungsvorwürfe können ihm nichts anhaben

Experten haben bereits seit längerem die Frage aufgeworfen, wie groß Cains außenpolitische Kenntnisse sind. So schien er beispielsweise kürzlich in einem Interview des Senders PBS ahnungslos, als er sich zu Chinas Nuklearprogramm äußern sollte.

Cain liegt knapp zwei Monate vor Beginn der US-Vorwahlen in vielen Umfragen Kopf an Kopf mit Mitt Romney, dem Ex-Gouverneur von Massachusetts. Vier Frauen haben ihm vorgeworfen, ihn in den neunziger Jahren sexuell belästigt zu haben. Das hat ihm aber anscheinend im Rennen um die Spitzenkandidatur bisher nicht geschadet.

be/DPA / DPA