HOME

Aussetzer von US-Politikern: Libyen, der Nachbar Russland und die Tschechoslowakei

Herman Cain war beileibe nicht der erste US-Politiker, der mit verbalen Fehlleistungen geglänzt hat. Rick Perry kennt sein Programm nicht - und Sarah Palin ist eh von einem anderen Stern. Ein Überblick.

Fragen zu fremden Ländern und Staatsoberhäuptern? Da lief bereits in der Vergangenheit so manchem US-Politiker der Schweiß über die Stirn. Neuestes Beispiel: Präsidentschaftskandidat Herman Cain. Vor laufender Kamera fiel ihm auf die Frage, ob er die Libyen-Politik von Barack Obama befürworte, einfach nichts ein. "Ok, Libyen", sagte der Republikaner und schwieg. "Präsident Obama hat den Aufstand unterstützt. Das ist doch so?", stotterte er und fügte dann noch hinzu, er lehne Obamas Politik ab.

Rick Perry kennt sich noch nicht einmal in seinem Heimatland aus: Der Republikaner patzte in einem TV-Duell und konnte sich partout nicht erinnern, welche drei Ministerien er im Falle seiner Wahl zum Präsidenten abschaffen wollte: "Handel, Bildung und...". Mehr fiel Perry einfach nicht ein. 53 Sekunden dauerte die Blamage. Am Ende stotterte Perry nur noch "Ähm, sorry, oops".

Die Republikaner liefern seit Jahren immer wieder Anlass zum Spott. Unangefochten die Königin der Fettnäpfchen ist Sarah Palin. Die erzkonservative Politikern leistete sich seit ihrem Wahlkampf 2008 einen Fauxpas nach dem anderen. So verlegte sie zum Beispiel den Nordoststaat New Hampshire kurzerhand in den Nordwesten der USA und beschrieb Afghanistan als "Nachbarn" Amerikas.

George W. Bush stammelte sich durchs Amt

Doch wer glaubt, Palins Peinlichkeiten könnten schlimmer nicht werden, hat die Rechnung nicht mit der EX-Gouverneurin von Alaska gemacht: Erst erzählte die damalige Vizepräsidentschaftskandidatin, dass sie von ihrem Haus in Alaska aus Russland sehen könne, in einem späteren Liveinterview im Radio verwechselte die orientierungslose Palin dann mal eben Nord- und Südkorea und sprach von "unseren nordkoreanischen Verbündeten".

Auch George W. Bush, immerhin neun Jahre lang der mächtigste Mann der Welt, kam immer Mal wieder ins Straucheln, wenn es darum ging, sich zum Geschehen in der Welt zu äußern: So stammelte Bush einst beim Präsidentschaftswahlkampf nach den Machthabern der vier aktuell wichtigsten Krisengebiete gefragt: "Na, da ist doch dieser General..."

"Äh - Med - äh - Meddewedde, Neverdever..."

Auch der nicht mehr ganz taufrische Republikaner John McCain verhaspelte sich in der Vergangenheit immer wieder, wenn er seine Sicht der Welt erklären wollte: So dichtete er zum Beispiel Irak und Pakistan eine gemeinsame Grenze an und ließ in seinen Reden mehrfach die Tschechoslowakei wieder auferstehen.

Aber auch bei den Demokraten läuft nicht immer alles rund: Als die heutige US-Außenministerin Hillary Clinton 2008 bei einer TV-Debatte auf Russlands zukünftigen Präsidenten angesprochen wurde, konnte sie sich kaum an dessen Namen erinnern: "Äh - Med - äh - Meddewedde, Neverdever, wie auch immer, ja". Aber richtig wichtig ist ja eh nur Putin.

rb