Nahost Acht Tote bei Selbstmordanschlag in Jerusalem


Nur wenige Stunden nach dem Gipfeltreffen Abbas-Scharon hat sich ein Selbstmordattentäter am Sonntagmorgen in einem Jerusalemer Linienbus in die Luft gesprengt und sieben Menschen mit in den Tod gerissen.

Ein Selbstmordattentäter hat sich am Sonntagmorgen in einem Jerusalemer Linienbus in die Luft gesprengt und sieben Menschen mit in den Tod gerissen. Mindestens 20 Fahrgäste wurden verletzt, vier davon schwer, während ein zweiter Selbstmordanschlag nahe der Stadt verübt wurde. Die beiden Anschläge erfolgten nur wenige Stunden nach dem ersten Gipfeltreffen zwischen dem palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas und dem israelischen Regierungschef Ariel Scharon.

Scharon sagt US-Reise ab

Scharon sagte nach den Anschlägen seine US-Reise ab. Er wollte eigentlich noch am Sonntag zu Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush über den jüngsten Nahost-Friedensplan nach Washington reisen. Vor und nach dem Treffen am Samstagabend wurden vier Anschläge innerhalb von zwölf Stunden verübt - bei einem in Hebron wurden ein Israeli und seine schwangere Frau getötet. Israelische Soldaten erschossen zudem zwei bewaffnete Palästinenser, die in eine jüdische Siedlung im Westjordanland eindringen wollten.

Zum Beginn des Berufsverkehrs

Der Anschlag an einer Kreuzung im Norden Jerusalems erfolgte gegen 05.00 Uhr - dem Beginn des Berufsverkehrs am Sonntag, einem normalen Arbeitstag in Israel. Der einen jüdischen Gebetsschal und eine Schädelkappe tragende Attentäter zündete seinen Sprengsatz im vorderen Teil des Gelenkbusses der Linie 6. Der Jerusalemer Polizeichef Mickey Levy sprach von einer starken Explosion. Die Geldbörse eines Fahrgastes wurde 70 Meter entfernt gefunden. Ein Polizeisprecher sagte,es sei nicht das erste Mal gewesen, dass sich ein Selbstmordattentäter als gläubiger Jude getarnt habe, um sein Ziel zu erreichen.

Zweiter Anschlag ohne jüdische Opfer

Der zweite Attentäter sprengte sich auf einer Fernstraße vor der Einfahrt in das Dorf Dahija el Barid in die Luft. Nach Angaben der Polizei kam der Attentäter ums Leben; andere Opfer habe es nicht gegeben.

Scharon und Abbas wollen Terror stoppen

Scharon hatte von dem Gipfeltreffen berichtet, Abbas und er hätten darin übereingestimmt, das die erste Priorität im Friedensprozess das Stoppen terroristischer Gewalt sein müsse. Es war das erste israelisch-palästinensische Treffen auf höchster Regierungsebene seit Beginn des jüngsten Gewaltkonflikts vor knapp drei Jahren. Scharons Sprecher David Baker sagte nach den Anschlägen vom Sonntag, die Palästinenser müssten nun mit allen Mitteln derartige Angriffe verhindern. "Palästinensischer Terror kann nicht die palästinensische Tagesordnung bestimmen", sagte er.


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