Nahost Führer der Al-Aksa-Brigaden in Nablus getötet


Israelische Streitkräfte haben bei einer Großrazzia in Nablus Najef Abu Scharch, den Führer der dortigen Al-Aksa-Brigaden, getötet.

Er galt als meistgesuchter palästinensischer Extremist im Westjordanland. Mit ihm kamen sechs weitere Palästinenser ums Leben, darunter auch der Kommandeur des Islamischen Dschihads im Westjordanland, Scheich Ibrahim. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon sprach von einem "beeindruckenden Erfolg" im Kampf gegen den Terrorismus. Die Streitkräfte teilten mit, die Tötung der gesuchten Extremisten von Hamas, Islamischem Dschihad und den Al-Aksa-Brigaden sei das Ziel der dreitägigen Operation in Nablus gewesen. Die Soldaten seien ihnen auf die Spur gekommen, als sie am Samstag einen Flüchtigen in einen geheimen Tunnel verfolgten. Kurz nach dem Tod der sieben Männer zogen sich die israelischen Streitkräfte aus dem Zentrum von Nablus zurück.

Extremisten drohen mit Rache

Scharch ist laut israelischem Militärrundfunk für einen Selbstmordanschlag mit 23 Toten verantwortlich. Auf einem Anfang der Woche verteilten Flugblatt hatten die israelischen Streitkräfte eine Auslieferung Scharchs und Ibrahims gefordert. An einem Trauerzug für die sieben Getöteten beteiligten sich etwa 20.000 Menschen. Viele von ihnen forderten Rache und beschimpften den palästinensischen Ministerpräsidenten Ahmed Kureia, weil dieser die Militäraktion nicht verhindert habe. Kureia nannte die Razzia in Nablus einen kriminellen und barbarischen Akt. Israel setze seine Strategie der Ermordung von Palästinensern fort, erklärte er. Ein Sprecher der Al-Aksa-Brigaden kündigte Vergeltung für die Tötungen an, die "wie ein Erdbeben" Israel erschüttern werde.

Am Freitagabend wurden nach palästinensischen Augenzeugenberichten in Nablus zwei junge Männer erschossen. Der eine sei auf dem Balkon seines Hauses getroffen worden, sein Bruder und sein Vater seien schwer verletzt worden. Auf einem Hausdach sei ein 18-Jähriger erschossen worden, der einen Benzinkanister in der Hand gehalten habe.

Arafat ruft während Olympiade zu Waffenruhe auf

Bei einer Demonstration in einem arabischen Vorort von Jerusalem kam es am Samstag zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei. Die Proteste richteten sich gegen den Bau des Sperrwalls an der Grenze zum Westjordanland. Die Polizei ging mit Gummigeschossen, Wasserwerfern und Tränengas gegen die 3.000 Demonstranten vor. Neun Palästinenser wurden verhaftet. Ein Fotograf der französischen Nachrichtenagentur AFP wurde nach Augenzeugenberichten von Polizisten so heftig geschlagen und getreten, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Der palästinensische Präsident Jassir Arafat rief für die Zeit der Olympischen Spiele zu einem Waffenstillstand mit Israel auf. Arafat sagte bei der Entzündung einer symbolischen Fackel in seinem Hauptquartier in Ramallah, er habe eine entsprechende Deklaration bereits unterzeichnet. Israel wies das Angebot umgehend zurück und bezeichnete Arafat als unehrlich. Ein Regierungsvertreter warf dem palästinensischen Präsidenten vor, für die tödlichen Anschläge auf israelische Sportler während der Olympischen Spiele 1972 in München mitverantwortlich gewesen zu sein. "Arafats olympische Fackel ist eine Fackel des Todes", sagte ein Gewährsmann. "Es besteht ein großer Unterschied zwischen dem, was Arafat sagt, und dem, was er tut." (AP)

DPA

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