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Nahostkonflikt Furcht vor Intifada nach Messerattacken


Eine israelische Frau wird im Westjordanland erstochen, in Tel Aviv verletzt ein Mann einen Soldat bei einer Messerattacke schwer. Die Angriffe schüren Angst vor einem neuen Palästinenseraufstand.

Palästinensische Angreifer haben am Montag binnen weniger Stunden zwei Messerangriffe auf Israelis verübt. Eine junge Israelin wurde getötet, als ein Palästinenser im südlichen Westjordanland auf Wartende an einer Haltestelle einstach. Zuvor hatte ein israelischer Soldat lebensgefährliche Verletzungen erlitten, als ein Palästinenser ihn an einer Bahnstation in Tel Aviv mit einem Messer angriff.

Der erste Vorfall ereignete sich nahe dem Hagana-Bahnhof im Süden der Küstenmetropole. Der 18-jährige Angreifer stamme aus Nablus im nördlichen Westjordanland und halte sich ohne Aufenthaltsgenehmigung in Israel auf, teilte ein israelischer Polizeisprecher mit. Der Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht und dort notoperiert.

Bei dem zweiten Anschlag im südlichen Westjordanland wurden eine israelische Frau getötet und zwei israelische Männer verletzt. Zunächst hatte es geheißen, das Opfer sei ein 14-jähriges Mädchen. Ein israelischer Polizeisprecher sagte, der palästinensische Angreifer sei aus einem Auto ausgestiegen und habe auf Menschen eingestochen, die an einer Schnellstraße an einer Haltestelle standen. Daraufhin habe der Wachmann der nahegelegenen Siedlung Alon Schvut auf ihn geschossen und ihn verletzt. Der Vorfall ereignete sich an demselben Ort, an dem im Juni drei israelische Jugendliche entführt worden waren.

Netanjahu: "Terror kennt keine Grenzen"

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Montag, Terror kenne keine Grenzen. Er sagte nach Medienberichten zudem: "Jenen, die gegen den Staat Israel und für den Palästinenserstaat demonstrieren, sagte ich einfach: Geht dorthin, in die Palästinenserbehörde oder nach Gaza."

Schon vor dem Anschlag waren die Sicherheitskräfte aus Furcht vor neuen Unruhen in Israel und den Palästinensergebieten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. In den vergangenen Wochen hatten Palästinenser dreimal mit Autos Passanten gerammt. Bei Unruhen im Norden Israels töteten israelische Polizisten in der Nacht zum Samstag einen 22-jährigen israelischen Araber. Die Vorfälle nährten die Furcht vor einem neuen Palästinenseraufstand gegen die israelische Besatzung.

Härtere Bestrafung für Palästinenser gefordert

Der rechtsorientierte Wirtschaftsminister Naftali Bennett rief zu einer härteren Bestrafung palästinensischer Angreifer auf. Er bezeichnete Palästinenserpräsident Mahmud Abbas als "Terroristen im Anzug" und forderte, Israel müsse ihn dementsprechend behandeln.

Vor der Küste von Gaza verletzte die israelische Marine am Montag nach palästinensischen Berichten zwei Fischer und zerstörte ihr Boot. Eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv sagte, es handele sich um ein Schmugglerboot, das auf dem Rückweg aus Ägypten gewesen sei. Die Insassen hätten auf Aufrufe zum Anhalten nicht reagiert.

Der jüngste Gaza-Krieg, der 50 Tage dauerte, war im August mit einer von Ägypten vermittelten Waffenruhe zu Ende gegangen. Teil der Vereinbarung war eine Ausweitung der Fischereizone von drei auf sechs Seemeilen. Seit Ende des Gaza-Kriegs ist es vor der Küste mehrfach zu ähnlichen Vorfällen gekommen.

mka/DPA DPA

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