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Nahost-Konflikt: Kerry gelingt noch kein Durchbruch zu neuen Verhandlungen

Ganze fünf Stunden redete US-Außenminister John Kerry mit Mahmut Abbas - bisher ohne Ergebnis: Der Palästinenserführer stimmt immer noch keiner Wiederaufnahme von Friedensgesprächen mit Israel zu.

Die Bemühungen der USA um eine Neuauflage der seit fast drei Jahren ausgesetzten Nahost-Friedensverhandlungen haben noch keinen Durchbruch gebracht. Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) vertagte am Donnerstag die Entscheidung über die Wiederaufnahme direkter Gespräche mit Israel. Die Beratungen der PLO gingen am Freitag in einem Ausschuss weiter, sagte ein Vertreter der Dach-Organisation in Ramallah. Es bestehe die allgemeine Neigung, Verhandlungen abzulehnen, so lange Israel nicht die Grenzen von 1967 als Gesprächsgrundlage anerkenne. Außerdem müsse der Bau jüdischer Siedlungen im Westjordanland gestoppt werden.

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas wollte die PLO über seine Gespräche mit US-Außenminister John Kerry unterrichten. "Wir werden uns über Kerrys Vorschläge berichten lassen und in einem breiten Konsens Schlussfolgerungen ziehen", sagte der ranghohe PLO-Vertreter Wasel Abu Jusef vor den Beratungen. Auch auf israelischer Seite scheint die Pendeldiplomatie Kerrys zu Bewegung geführt zu haben. Auch die Arabische Liga hatte Kerrys Ideen gutgeheißen und Abbas damit faktisch grünes Licht für Verhandlungen mit Israel erteilt. Israel lehnt jedoch bisher Vorbedingungen wie die Anerkennung der Grenzen von 1967 als Grundlage von Verhandlungen ab. Der Armeerundfunk meldete am Donnerstag, als Geste des guten Willens könnten Straßensperren im besetzten Westjordanland geöffnet werden.

Ob dies aber ausreicht, die Palästinenser von ihren Vorbedingungen für neue Verhandlungen abzubringen, bleibt fraglich. Bislang verlangt Abbas einen Stopp des israelischen Häuserbaus im Westjordanland. Zwischenzeitlich war auch die Entlassung einer substanziellen Zahl palästinensischer Häftlinge aus israelischer Haft als hilfreiche Geste in der Diskussion.

ds/Reuters/DPA / DPA / Reuters