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Nahost-Konflikt: Reaktion auf Selbstmordanschlag

Israels Armee ist am frühen Freitagmorgen als Reaktion auf den palästinensischen Selbstmordanschlag vom Vortag in Bethlehem eingerückt und hat Augenzeugen zufolge zwölf Palästinenser festgenommen.

Zu einer Vergeltungsaktion nach dem Selbstmordanschlag in Jerusalem sind am Freitagmorgen rund 20 israelische Militärfahrzeuge in Bethlehem eingerückt. Der Attentäter, der am Donnerstag in einem Jerusalemer Stadtbus zehn Fahrgäste mit in den Tod riss, stammte aus einem Flüchtlingslager bei Bethlehem. Er war Polizist.

Vor dem Morgengrauen forderten Augenzeugenberichten zufolge israelische Soldaten palästinensische Sicherheitskräfte auf, ihre Kontrollposten vor Bethlehem zu verlassen. Dann fuhr die Militärkolonne in die Stadt hinein. Israelische Militärkreise bestätigten lediglich, das eine Aktion stattfinde. Zunächst gab es keine Berichte über Schusswechsel.

Algerien verhindert Verurteilung im Sicherheitsrat

Unterdessen hat Algerien im UN-Sicherheitsrat eine Verurteilung des jüngsten palästinensischen Selbstmordanschlags verhindert. Nach Angaben von Diplomaten forderte das einzige arabische Land in dem höchsten UN-Gremium, dass auch der Tod von acht Palästinensern bei einer israelischen Militäraktion am Mittwoch in Gaza in dem Dokument verurteilt werden müsse.

Israel bezeichnete dies als ungeheuerlich. Der stellvertretende israelische UN-Botschafter Arje Mekel sagte auf einer Pressekonferenz, seine Regierung sei bestürzt darüber, "dass der Rat keinen Weg gefunden hat, das Töten unschuldiger Menschen zu verurteilen". Israel plane, seine Empörung in Briefen an den Ratspräsidenten und UN-Generalsekretär Kofi Annan auszudrücken.