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Nahost: Schalom: Jeder Hamas-Führer ist ein Angriffsziel

Israel hat weitere gezielte Angriffe auf militante Palästinenser angedroht. Erst am Samstag hatten israelische Soldaten ein führendes Mitglied der israelfeindlichen Hamas getötet.

Israel wird nach den Worten von Außenminister Silvan Schalom weiter gezielt gegen die Anführer der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas vorgehen. Nach einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Abdullah Gül sagte Schalom am Sonntag am Rande des Weltwirtschaftsforums in Jordanien: "Jeder Hamas-Führer ist ein Angriffsziel für Israel, und die palästinensische Autonomiebehörde muss ihrer Verpflichtung nachkommen, die Extremistenorganisationen zu zerschlagen."

Erst am Samstagabend hatten israelische Soldaten einen Hamas- Führer in Hebron unter umstrittenen Umständen getötet. Abdallah Kawasmeh, Chef des militanten Hamas-Flügels in Hebron, wurde von Israel für eine Serie blutiger Anschläge verantwortlich gemacht, darunter das Attentat auf einen Linienbus in Jerusalem vor knapp zwei Wochen, bei dem 17 Israelis getötet wurden.

USA bedauern Tötung

Der amerikanische Außenminister Colin Powell hat die jüngsten Tötungen von Hamas-Anführern durch Israel bedauert. Washington bedauere, dass derartige Aktionen fortgesetzt würden, sagte er am Sonntag auf die Frage eines Journalisten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem EU-Beauftragten für Außen- und Sicherheitspolitik Javier Solana und dem griechischen Außenminister Giorgos Papandreou in Jordanien.

Gleichzeitig warf Powell der radikal-islamischen Hamas und der militanten Gruppe Dschihad aber vor, die Idee einer Zwei-Staaten- Lösung für Israel und die Palästinenser zu torpedieren. Die Schuld liege eindeutig bei "Terrororganisationen wie Hamas oder Dschihad", betonte er. Die Bemühungen des palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas dagegen würden von den USA weiterhin unterstützt.

Vorwürfe an Israel

Israels Außenminister Schalom sprach auf dem Forum am Toten Meer auch mit seinen jordanischen und ägyptischen Kollegen Marwan Muascher und Ahmed Maher sowie dem bahrainischen Kronprinzen Scheich Salman Bin Hamad Al Chalifa. Muascher warf Israel vor, den Friedensprozess zum Scheitern bringen zu wollen und die Schuld dafür den Arabern in die Schuhe zu schieben. "Wir haben keinen Zweifel daran, dass Israel versucht, die Verwirklichung des (Friedens-)Fahrplans zu blockieren und die Araber dafür verantwortlich zu machen", sagte Muascher.