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Nato-Außenministertreffen in Tallinn: Abrüstung nur mit Einverständnis

Ohne ein Einverständnis aller NATO-Länder werden die USA ihre Atomwaffen nicht aus Europa abziehen. "Es wird keine einseitigen Schritte geben", sagte der Sprecher des Militärbündnisses, James Appathurai, am Donnerstag nach Gesprächen der NATO-Außenminister im estnischen Tallinn. "Alle Entscheidungen werden gemeinsam getroffen."

Ohne ein Einverständnis aller NATO-Länder werden die USA ihre Atomwaffen nicht aus Europa abziehen. "Es wird keine einseitigen Schritte geben", sagte der Sprecher des Militärbündnisses, James Appathurai, am Donnerstag nach Gesprächen der NATO-Außenminister im estnischen Tallinn. "Alle Entscheidungen werden gemeinsam getroffen."

Bei dem Treffen hatte eine kleine Gruppe von NATO-Ländern, angeführt von Deutschland, um einen Abzug der US-Atomwaffen geworben, die noch aus den Zeiten des Kalten Krieges in Europa lagern. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, mehrere osteuropäische Länder und Atommächte wie Frankreich und Großbritannien betrachteten den Vorstoß allerdings mit Skepsis.

US-Außenministerin Hillary Clinton knüpfte einen Abzug der Atomwaffen aus Europa an eine weitere Reduzierung des russischen Atomwaffenarsenals. "Unser Ziel ist es, mit den Russen eine Übereinkunft über eine größtmögliche Transparenz bei den taktischen Atomwaffen in Europa zu erreichen, um diese Waffen aus den NATO-Ländern abzuziehen", sagte Clinton. Bei den nächsten Abrüstungsgesprächen müsse deshalb die Reduzierung der taktischen Atomwaffen auf der Tagesordnung stehen.

Moskau macht keine Angaben zur Anzahl seiner Atomwaffen. Nach Schätzungen westlicher Spezialisten verfügt Russland über rund 2000 Atomsprengköpfe. Aus der Zeit des Kalten Krieges sollen heute noch etwa 240 US-Atombomben in Europa lagern. Im Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz lagern noch 15 bis 20 US-Atombomben.

AFP / AFP