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Nato-Einsatz gegen Libyen: Türkei unterstützt Waffenembargo mit U-Boot

Nachdem die Türkei sich zunächst zurückhaltend gegenüber dem Nato-Einsatz in Libyen äußerte, sicherte sie nun ihre Unterstützung mit einem U-Boot und weiteren fünf Schiffen zu.

Die Türkei will sich mit einem Unterseebot und fünf weiteren Schiffen an dem NATO-Einsatz zur Durchsetzung eines Waffenembargos im Mittelmeer beteiligen. Das teilte ein NATO-General am Mittwoch in Brüssel mit. Demnach stellen auch andere Länder Kräfte für den Einsatz zur Verfügung.

Das Militärbündnis hatte nach tagelanger Diskussion um seine Rolle beim internationalen Militäreinsatz gegen Libyen am Dienstag beschlossen, ein Waffenembargo gegen Libyen auf dem Meer durchzusetzen. Bei den Verhandlungen hatte sich unter anderem die Türkei zurückhaltend über einen NATO-Einsatz gegen Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi geäußert.

Deutschland zieht als Reaktion auf den Beschluss vom Dienstag zwei Fregatten und zwei Boote der deutschen Marine mit insgesamt rund 550 Soldaten aus NATO-Einsätzen im Mittelmeer zurück. Die Bundesregierung hat eine Beteiligung der Bundeswehr an Militäreinsätzen gegen Libyen ausgeschlossen.

Um das Lieferverbot für Rüstunmgsgüter durchzusetzen, will die NATO Schiffe und Flugzeuge im Mittelmeerraum einsetzen. Die Landgrenzen Libyens zu den afrikanischen Nachbarstaaten Ägypten, Sudan, Tschad, Niger, Algerien und Tunesien kontrolliert die NATO jedoch nicht.

Am Mittwoch verhandelten die NATO-Botschafter der 28 Mitgliedstaaten in Brüssel zudem weiter darüber, ob sich das Bündnis auch auf Grundlage der UN-Resolution zu Libyen aus der vergangenen Woche an der Durchsetzung einer Flugverbotszone beteiligen soll. Die militärische Planung ist abgeschlossen, noch fehlt aber die politische Zustimmung der NATO-Länder.

Bislang ist in Libyen ein Bündnis um Frankreich, Großbritannien und die USA im Einsatz. Besonders Frankreich wehrt sich nach Diplomatenangaben dagegen, die Führung an die NATO zu übertragen. Gefürchtet wird eine Verägerung arabischer Staaten.

mm/AFP / AFP