VG-Wort Pixel

Krieg in Libyen Nächtliche Angriffe auf Tripolis


Gaddafis Armee soll in der Luft nicht mehr schlagkräftig sein - sagen die Briten. Die Alliierten fliegen auch in dieser Nacht wieder Angriffe auf Ziele in Tripolis - und sollen dabei ein Wohngebiet getroffen haben.

+++ 23.39 Uhr: Bomben auf Wohnviertel? +++

Bei Angriffen der internationalen Truppen auf einen Militärstützpunkt östlich der libyschen Hauptstadt Tripolis ist am Mittwochabend nach offiziellen Angaben ein Wohnviertel getroffen worden. Es gebe "eine beträchtliche Zahl von getöteten Zivilisten", berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Dschana unter Berufung auf das libysche Heer. Nach Berichten von Zeugen und des Staatsfernsehens hatte der Beschuss einer Armeebasis im Gebiet von Tadschura etwa 30 Kilometer östlich von Tripolis gegolten.

Laut Dschana flog das von den USA, Frankreich und Großbritannien angeführte Kriegsbündnis drei Angriffe auf den Stützpunkt. Der dritte Beschuss sei erfolgt, als in dem Wohnviertel bereits Rettungsarbeiten angelaufen gewesen seien. Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten über ein Großaufgebot von Rettungswagen in Tripolis und Tadschura. Nach Angaben von Zeugen hatten sich in der Militärbasis heftige Explosionen ereignet. Es seien zudem Flammen zu sehen gewesen.

+++ 22.51 Uhr: Militärstützpunkt bei Tripolis in Flammen +++

Auf einem Stützpunkt des libyschen Heeres östlich von Tripolis hat es am Mittwochabend nach Zeugenangaben eine heftige Explosion gegeben. Nach der Explosion sagten Zeugen der Nachrichtenagentur AFP, auf der 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernten Militärbasis im Gebiet von Tajura seien Flammen zu sehen. Im Staatsfernsehen hieß es unter Berufung auf Armeeangaben, das von den USA, Frankreich und Großbritannien geführte Kriegsbündnis habe zivile und militärische Ziele in Tajura angegriffen.

Wenig später meldete die amtliche libysche Nachrichtenagentur Jana, die Region Tajura, wo sich die größten Militärstützpunkte rund um Tripolis befinden, sei zum zweiten Mal hintereinander aus der Luft bombardiert worden. Im Zentrum von Tripolis waren unterdessen am fünften Tag des Angriffs der "Koalition der Willigen" gegen Libyen der Lärm von Jagdbombern und die Schüsse von Flugabwehrgeschützen zu hören, wie AFP-Reporter berichteten.

+++ 21.22 Uhr: Gaddafis Truppen stehen vor Adschdabija +++

Der Sender Al Arabija meldet, dass Panzer der Regierungstruppen an den östlichen und westlichen Zufahrten nach Adschdabija Position bezogen hätten.

+++ 21.20 Uhr: Anwesen von Gaddafi getroffen +++

Nach Berichten des Fernsehsenders Al Arabija wurde bei Luftangriffen auf Adschdabija ein Anwesen von Machthaber Muammar Gaddafi getroffen.

+++ 20.19 Uhr: Tripolis erneut unter Beschuss +++

Einwohner der libyschen Hauptstadt Tripolis berichten von neuen Luftangriffen. Acht Explosionen seien zu hören gewesen, Rauch steige auf. Das Staatsfernsehen berichtet über Angriffe auf militärische und zivile Ziele.

+++ 20.10 Uhr: Schießen Gaddafis Truppen auf ein Krankenhaus?+++

Ein Arzt in der Stadt Misrata berichtet, dass sich Panzer der Regierungstruppen seinem Krankenhaus nähern und das Areal beschießen.

+++ 18.31 Uhr: Ban Ki Moon droht Gaddafi +++

Sonst eher ein Mann der leisen Worte, aber im Libyen-Konflikt äußert sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon klar und deutlich. Er hat die libysche Führung erneut zum sofortigen Ende aller Gewalt im eigenen Land aufgerufen. In einer Erklärung ermahnte Ban alle Parteien, sich an die Resolutionen 1970 und 1973 des Sicherheitsrates zu halten. Mit ihnen waren Sanktionen gegen Staatschef Muammar al-Gaddafi und seinen Clan sowie ein Flugverbot über Libyen verhängt worden. Der UN-Chef verurteilte die anhaltenden Angriffe von Gaddafis Truppen auf Sintan, Misurata und andere Städte im Westen Libyens und wiederholte die Warnung. "Alle, die in Libyen gegen das Völkerrecht und die Menschenrechte verstoßen, werden voll zur Rechenschaft gezogen".

+++ 17.48 Uhr: Verwirrende Angaben über zivile Opfer +++

Ein Sprecher des Rebellen-Rates sagte, beim Beschuss der Stadt Sintan durch Gaddafi-Truppen seien sechs Zivilisten getötet worden. In Misrata hätten Heckenschützen am Mittwoch 16 Leute getötet. Nach den Angaben eines hochrangigen US-Offiziers gibt es keine Berichte über zivile Opfer durch die Luftangriffe auf libysche Städte. Der Schutz von Zivilisten habe höchste Priorität. Das sei auch die Grundlage der Zielauswahl und der Angriffspläne, sagte Konteradmiral Gerard Hueber auf dem Kommandoschiff "Mount Whitney".

+++ 16.46 Uhr: Korridore für die UN-Hilfe +++

Die Vereinten Nationen wollen mit den Konfliktparteien über die Einrichtung von humanitären Korridoren verhandeln, um die libysche Zivilbevölkerung versorgen zu können.

+++16:16 Uhr: Briten ziehen klare Zwischenbilanz+++

Die libysche Luftwaffe ist nach britischen Angaben zerstört. Auch die Flugabwehr des nordafrikanischen Landes sei so massiv beschädigt, dass die Flugzeuge der Koalition fast nach Belieben ihre Einsätze fliegen können, sagt Vize-Luftmarschall Greg Bagwell.

+++16:12 Uhr: Unesco hat Angst um Schätze+++

Die Unesco ruft die Konfliktparteien auf, die kulturellen Schätze Libyens zu schützen.

+++14:55 Uhr: Nato diskutiert "in konstruktivem Geist"

Die 28 Nato-Staaten haben sich immer noch nicht darüber geeinigt, ob das Nordatlantische Bündnis eine Flugverbotszone über Libyen überwachen soll. "Die Verbündeten setzen ihre Beratungen fort. Es ist noch keine Entscheidung gefallen", sagt eine Nato-Sprecherin. Die Diskussionen würden "in konstruktivem Geist" geführt.

+++13:43 Uhr: Neue Verbündete+++

Die Türkei will sich nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Anatolia an dem internationalen Einsatz mit Kriegsschiffen und einem U-Boot beteiligen. Kuwait und Jordanien haben sich nach Angaben des britischen Premierministers David Cameron bereiterklärt, den Libyen-Einsatz logistisch zu unterstützen.

+++13:03 Uhr: Gaddafis Schützen beschießen Klinik+++

Gaddafi-loyale Scharfschützen haben einem Bewohner Misratas zufolge ein Krankenhaus in der von Rebellen gehaltenen Stadt beschossen. Mindestens drei Menschen seien getötet worden.

+++12:27 Uhr: Chef einer Übergangsregierung benannt+++

Der Nationalrat der Rebellen ernennt nach einem Bericht des Fernsehsenders Al-Dschasira Mahmud Dschabril zum Chef einer Übergangsregierung. Der Reformer, der sich bereits in der Vergangenheit um die Einführung der Demokratie in Libyen bemüht hat, solle zudem Minister benennen.

+++11:54 Uhr: EU ist sich einig+++

Die Europäische Union will Gaddafi weiter den Geldhahn zudrehen. Die 27 Mitgliedstaaten sind sich im Grundsatz einig Sanktionen gegen die staatliche libysche Ölfirma NOC, wie ein EU-Diplomat in Brüssel sagt. Die Guthaben der Ölgesellschaft sowie "mehrerer Tochterfirmen" in Europa sollen demnach eingefroren und Geschäftsbeziehungen verboten werden. Die Strafmaßnahmen müssen noch offiziell von den EU-Staaten beschlossen werden, damit sie in Kraft treten können.

+++11:39 Uhr: Gaddafi stellt Beschuss von Misrata ein+++

Gaddafi-Truppen haben einem Bewohner Misratas zufolge den Panzer- und Artilleriebeschuss der von Rebellen gehaltenen Stadt nach Luftangriffen des westlichen Militärbündnisses eingestellt. Kampfjets der westlichen Allianz hätten am Mittwoch bislang zwei Angriffe geflogen, sagt er.

+++11:32 Uhr: Angriff auf Militärstützpunkte in Tripolis+++

Die internationale Allianz hat zwei Militärstützpunkte im Osten der Hauptstadt Tripolis angegriffen. Libysche Augenzeugen sehen Luftabwehrfeuer. Getroffen werden ihren Angaben zufolge die Stellungen der Luftabwehr in Ain Zara sowie ein Militärgelände im Viertel Al-Usta Milad. Neben diesem Militärgelände sei das Haus einer Familie getroffen worden. Mehrere Familienmitglieder seien ums Leben gekommen, sagt einer der Anwohner.

+++11:22 Uhr: Intellektuelle sind zerrissen+++

Der Schriftsteller Ralph Giordano wirft der Bundesregierung eine fatale Beschwichtigungspolitik gegenüber dem libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi vorgeworfen. "Die Lehre aus meinen eigenen Lebenserfahrungen: Früher eingreifen, die Despoten, Gewalttäter und Folterhäuptlinge wie Gaddafi nicht solange ungeschoren lassen! Hitler bleibt das klassische Lehrbeispiel dafür, welche Folgen die Verzögerung hat", sagt Giordano der DPA.

Ein anderer Intellektueller, der Schriftsteller Martin Walser, begrüßt die Entscheidung Deutschlands dagegen. "Ich bin glücklich, dass wir nicht mitmachen, ich bewundere Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass sie uns aus diesem Abenteuer heraushält."

+++10:16 Uhr: Kabinett beschließt Awacs-Einsatz+++

Die Bundesregierung beschließt auf ihrer Kabinettssitzung die deutsche Beteiligung an Awacs-Aufklärungsflügen in Afghanistan beschlossen. Dies verlautet aus Regierungskreisen. Durch den Einsatz sollen die Nato-Staaten entlastet werden, die am Libyen-Einsatz beteiligt sind.

swd/ben/Reuters/DPA DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker