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Bürgerkrieg in Libyen Türkische Zeitung: "Frankreich bombardierte Friedenslösung"


Ankara steht der Flugverbotszone in Libyen skeptisch gegenüber. Der türkischen Tageszeitung "Hürriyet" zufolge soll die Türkei mit Gaddafi und den Rebellen über Friedenspläne verhandelt haben. Die Zeitung macht Frankreich für das Scheitern der Gespräche verantwortlich. Die türkische Regierung bestätigte den Bericht nicht.

Ein Plan der türkischen Regierung für einen friedlichen Machtwechsel in Libyen ist nach einem Zeitungsbericht an den von Frankreich begonnenen Luftangriffen in dem nordafrikanischen Land gescheitert. "Frankreich bombardierte eine Friedenslösung", meldete die Zeitung "Hürriyet" am Donnerstag unter Berufung auf nicht näher genannte Gewährsleute, die an den vertraulichen Verhandlungen über den Friedensplan beteiligt waren. Eine Stellungnahme der türkischen Regierung zu dem Bericht lag zunächst nicht vor.

Laut "Hürriyet" hatte die türkische Regierung hinter den Kulissen sowohl mit der Regierung von Machthaber Muammar al Gaddafi als auch mit der libyschen Opposition gesprochen. Die USA seien über den Fortgang dieser Gespräche informiert worden. Der türkische Plan sah demnach einen zeitlich klar begrenzten Übergang zur Demokratie vor; unter anderem schlug die Türkei vor, Gaddafi solle eine eigene Partei gründen, die sich dann an freien Wahlen beteiligen solle. In einer entscheidenden Phase der Konsultationen über den Plan hätten die Bombardements in Libyens begonnen und das Vorhaben scheitern lassen.

Die Türkei hatte mehrmals öffentlich den Rücktritt Gaddafis gefordert, die Luftschläge aber kritisiert. Ankara fordert einen rein humanitären Einsatz unter dem Dach der Vereinten Nationen. Zugleich beteiligt sich die Türkei aber mit einem Flottenverband an der Durchsetzung des Waffenembargos gegen Libyen. Das türkische Parlament sollte am Donnerstag in einer nicht-öffentlichen Sitzung formell über die Entsendung entscheiden. Laut Presseberichten will die Türkei auch Kampfflugzeuge beisteuern, die von Sizilien aus bei der Überwachung des Flugverbots über Libyen helfen sollen.

AFP AFP

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