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Neue Festnahmen: Freitagsproteste nach Mubarak-Entlassung erwartet

Nach der Entlassung des ehemaligen Präsidenten Husni Mubarak aus dem Gefängnis werden in Ägypten neue, möglicherweise gewaltsame Proteste erwartet.

In Ägypten stehen heute neue, möglicherweise gewaltsame Proteste bevor. Nach der Entlassung des langjährigen Präsidenten Husni Mubarak aus der Haft haben mehrere Gruppen ihre Anhänger und Mitglieder zu Protesten gegen diese Entscheidung der Justiz aufgerufen.

Die neue ägyptische Führung setzte derweil ihre Kampagne gegen die Muslimbruderschaft trotz internationaler Kritik fort. In der Nacht zum Freitag wurden in der Oase Fajjum südlich von Kairo vier lokale Führungskader der Islamisten-Organisation festgenommen. Wie die Website der Zeitung "Al-Shorouk" meldete, ist unter den Festgenommenen auch ein islamischer Prediger

Anhänger der früher unter Mubarak unterdrückten Muslimbruderschaft und anderer Islamisten-Gruppen wollen am Nachmittag auf die Straße gehen, um am "Freitag der Märtyrer" gegen den Tod von 36 Demonstranten in Polizeigewahrsam zu protestieren. Experten befürchten neue Ausschreitungen. Bei Unruhen sind in den vergangenen Wochen seit dem Sturz der islamistischen Regierung des gewählten Präsidenten Mohammed Mursi hunderte Menschen ums Leben gekommen.

Hausarrest für Mubarak

Unabhängig davon haben verschiedene Revolutionsgruppen zu Protesten gegen die Haftentlassung des ehemaligen Präsidenten Husni Mubarak aufgerufen. Der frühere Staatschef hatte am Donnerstag das Gefängnis verlassen. Der 85-Jährige wurde per Hubschrauber in ein Kairoer Militärkrankenhaus gebracht, in dem er unter Arrest gestellt wird. Gegen den ehemaligen Langzeitherrscher laufen weiter Prozesse, unter anderem wegen der Tötung von Hunderten Demonstranten. Experten befürchten, Mubaraks Entlassung nach zwei Jahren und vier Monaten in Untersuchungshaft könnte die Spannungen in dem Land weiter verschärfen.

Mubarak war fast 30 Jahre lang Präsident des bevölkerungsreichsten arabischen Landes. Nach Massenprotesten hatte ihn das Militär im Februar 2011 zum Rücktritt gezwungen. Am Mittwoch hatte ein Gericht seine Entlassung verfügt. Die Regierung ordnete jedoch kurz darauf Hausarrest für Mubarak an, um neue Unruhen zu vermeiden.

vim/DPA / DPA