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Newsticker zur Zypernkrise Bankenöffnung verläuft ohne Zwischenfälle


Im Krisenland Zypern haben nach zwei Wochen die Banken wieder geöffnet. Der befürchtete Massenansturm blieb aus. Lesen Sie im stern.de-Ticker nach, wie die Bankenöffnung ablief.

+++ 13.25 Uhr: Polizei meldet: keine Zwischenfälle +++

Die Zyprer gehen diszipliniert mit der Situation um. Das bestätigt nun auch die Polizei, die 1000 Beamte für die Sicherung der Bankenöffnung in den Einsatz geschickt hat. Es habe in den ersten Stunden keine Zwischenfälle gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

+++ 12.30 Uhr: Dax reagiert mit Kursgewinnen +++

Der Deutsche Aktienindex reagiert mit moderaten Gewinnen auf die Bankenöffnung. Gegen Mittag steigt der Leitindex nach einem wechselhaften Handelsverlauf um 0,35 Prozent auf 7816 Punkte. Seinen Kursrutsch zur Wochenmitte dämmt er damit aber nur leicht ein.

+++ 11.40 Uhr: OECD mahnt starke Bankenaufsicht an +++

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung meldet sich mit dem Ruf nach einer starken Bankenaufsicht zu Wort. Der Fall Zypern zeige, dass die "richtigen Institutionen in der Eurozone zum Erhalt der Stabilität des Bankensystems" eingerichtet werden müssten, erklärt sie in Paris. Zypern sei zwar ein "außergewöhnlicher Fall"; dieser zeige aber, dass Bankenkrisen "direkt und entschieden" entgegengetreten werden müsse, heißt es in einem OECD-Bericht zur Lage der Weltwirtschaft. Die Eurozone bleibe "verletzlich" angesichts der "Zerbrechlichkeit des Bankensystems" und der hohen Schuldenlast der Eurostaaten.

+++ 11.32 Uhr: Alles läuft gut. Politiker zufrieden +++

Die erste halbe Stunde nach der Wiedereröffnung ist rum, die Banken haben sie gut überstanden. "Alles läuft gut. Ich bin zufrieden", sagt der zyprische Abgeordnete Prodoromos. Der Politiker steht auf dem zentralen Eleftherias Platz im Zentrum Nikosias, um die Bankenöffnung zu beobachten. Auch das staatliche Fernsehen meldet:"Wenn das so weiter geht, dann werden wir sagen können: Alles nach Plan gelaufen."

Die Filialleiter der Banken stehen in den meisten Fällen vor den Eingängen und lassen die Kunden in kleineren Gruppen hinein. "Kein Zwischenfall" sagt ein Filialleiter der Bank of Cyprus im Zentrum Nikosias.

+++ 11 Uhr: Banken öffnen ihre Schalter +++

Die Banken öffnen wieder. Vor den Geldinstituten haben sich zahlreiche Menschen, darunter viele Medienvertreter versammelt. Polizisten patrouillieren in der Innenstadt von Nikosia. Vor den Filialen sind private Sicherheitsdienste im Einsatz. Doch die Lage ist auch dank zahlreicher Warnungen im Radio und im Fernsehen ruhig.

+++ 10.46 Uhr: Sparer in Deutschland bleiben besonnen +++

Die Sparer in Deutschland lassen sich von der Zypern-Krise nicht nervös machen. "An den Bankschaltern war auch vor den Feiertagen das übliche Geschäft auf der Tagesordnung", berichtet der Bundesverband deutscher Banken.

+++ 10.40 Uhr: Dax-Anleger blicken nach Zypern +++

Die Dax-Anleger lassen vor der Bankenöffnung Vorsicht walten. Der deutsche Leitindex, der wegen der Turbulenzen rund um Zypern seit Wochenbeginn bereits 1,5 Prozent nachgegeben hat, notiert nahezu unverändert bei 7787 Zählern. "Am Markt kursiert die Angst, dass Sparkonten vor Zugriffen des Staates nicht mehr sicher sein könnten, obwohl sich die Politik sehr bemüht, dieser Angst zu begegnen", erklärt ein Analyst.

+++ 9.45 Uhr: Lage in der Hauptstadt extrem ruhig +++

Knapp anderthalb Stunden vor der Bankenöffnung ist die Situation in der Hauptstadt Nikosia extrem ruhig. Gedränge oder lange Schlangen gibt es nicht.

+++ 09.18 Uhr: Einschränkungen des Kapitalverehrs legitim +++

Klares Ergebnis der Rechtsprüfung in Brüssel: Die umfangreichen Beschneidungen des Zahlungsverkehrs auf Zypern sind legitim. Die Maßnahmen seien durch den EU-Vertrag gedeckt, teilt die EU-Kommission mit. Laut EU-Vertrag dürften Mitgliedsstaaten unter bestimmten Umständen den freien Kapitalverkehr beschränken, wenn dies aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit notwendig sei. Dazu gehörten auch Kapitalkontrollen. Laut Urteilen des Europäischen Gerichtshofs sei dies auch aus Gründen des öffentlichen Interesses erlaubt.

+++ 8.30 Uhr: Banken erwarten Ansturm am Mittag +++

Nach fast zwei Wochen sollen die Banken um 11 Uhr Mitteleuropäischer Zeit erstmals wieder öffnen. Um den massiven Abzug von Kundengeldern zu verhindern, hat die Regierung zahlreiche Kapitalverkehrskontrollen angeordnet: - Die Zyprer können zunächst nur 300 Euro täglich in bar abheben

- Bar-Schecks können nicht eingelöst werden, es sei denn, sie wurden von einer Bank in einem anderen Land ausgestellt.

- Überweisungen oder Geldtransfers sind verboten mit folgenden Ausnahmen: Sie sind für Handelsgeschäfte vonnöten. Zahlungen unterhalb von 5000 Euro unterliegen keinen Beschränkungen. Zahlungen zwischen 5001 und 200.000 Euro müssen von der Zentralbank genehmigt werden. Diese entscheidet anhand der Liquidität des jeweiligen Instituts innerhalb von 24 Stunden. Oberhalb von 200.000 Euro wird von Fall zu Fall entschieden.

Das Geld ist für Gehaltszahlungen bestimmt

Lebenshaltungskosten oder Studiengebühren müssen davon bestritten werden. Transfers zur Begleichung von Lebenshaltungskosten sind auf 5000 Euro pro Quartal beschränkt Kredit- oder Debitkarten werden eingesetzt. Die Zahlungen sind hier jedoch auf 5000 Euro pro Monat beschränkt.

mad/DPA/AFP/Reuters DPA Reuters

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