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Nicoals Sarkozy in Haiti: Erster Staatsbesuch seit 200 Jahren

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat dem vom Erdbeben verwüsteten Haiti Hilfen im Umfang von 230 Millionen Euro zugesagt.

Das Hilfspaket umfasst Mittel für den Wiederaufbau sowie Katastrophenhilfen und einen Zuschuss zum Staatshaushalt, wie Sarkozy am Mittwoch bei einem Besuch in Port-au-Prince erklärte. "Ich will den Menschen in Haiti sagen: 'Sie sind nicht allein'", sagte er auf einer Pressekonferenz.

Sarkozy wurde vom haitianischen Präsidenten René Préval begrüßt und besuchte das Erdbebengebiet sowie ein französisches Feldlazarett für die Überlebenden. Nach Angaben aus Pariser Regierungskreisen wollte Préval auch ein Wiederaufbauprogramm vorstellen, das auf den Ausbau der Landwirtschaft und des Tourismus sowie eine Dezentralisierung der Verwaltung abziele.

Sarkozys Besuch ist der erste eines französischen Staatspräsidenten in der ehemaligen Kolonie , die 1804 unabhängig wurde. Die Regierung in Paris hat Haiti bereits einen Schuldenerlass gewährt. Damit muss das völlig verarmte Land 56 Millionen Euro nicht zurückzahlen.

Einst war Haiti die reichste Kolonie Frankreichs. Von dort kamen etwa die Hälfte der weltweiten Zuckerexporte sowie Kaffee, Baumwolle und Tropenhölzer. Doch schon um 1800 waren die haitianischen Wälder zu einem Großteil abgeholzt, und Jahrzehnte der Misswirtschaft und Korruption führten das Land in die totale Verarmung.

Zeitgleich mit der Ankunft Sarkozys kündigte Air France die Wiederaufnahme des Linienflugverkehrs nach Port-au-Prince an. Von kommenden Freitag an soll es an fünf Tagen die Woche jeweils zwei Verbindungen geben.

Die haitianischen Behörden haben den internationalen Flughafen ihrer Hauptstadt erst vor kurzem wieder teilweise für den Passagierverkehr freigegeben. Nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar war der Flughafen lange Zeit nur für Hilfslieferungen reserviert.

Michelle Faul, APN / APN