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Nordkorea Hat Kim Jong Un seine Tante vergiftet?


Hat Nordkoreas Diktator Kim Jong Un seine Tante umbringen lassen? Das behauptet zumindest ein desertierter Regierungsbeamter. Zum Verhängnis wurde Kim Kyong Hui ihre eigene Trauer und Wut.

Es soll schon vor einem Jahr passiert sein. "Am 5. oder 6. Mai", sagt Herr Park, "Kim Jong Un hatte angeordnet, dass seine Tante, Kim Kyong Hui, getötet werden soll." Hui wurde demnach vergiftet. "Ursprünglich wussten davon nur seine Leibwächter, die Einheit 974, nun wissen das auch andere hohe Offizielle", so Park.

Das Gesicht des Mannes ist in dem CNN-Interview nicht zu sehen. Stets sitzt er im Dunkeln. Laut dem Sender ist er einer der ranghöchsten Beamten, die je aus Pjöngjangs kommunistischem Machtapparat geflohen seien. Park ist nicht sein richtiger Name – er will seine Verwandten schützen, die sich noch in Nordkorea aufhielten. Denn Fluchtversuche oder Widerstand werden mit Sippenhaft bestraft. So können Eltern oder selbst Großeltern in den berüchtigten Gulags landen.

Ob Parks Behauptungen zutreffen, ist nicht überprüfbar. Fakt ist jedoch, dass Kim Kyong Hui schon seit September 2013 nicht mehr zum Gefolge ihres Neffen gehört. Seinem Vater, Kim Jong Ill, galt sie hingegen als enge Beraterin. Über die Gründe ihres Verschwindens aus der Öffentlichkeit wurde viel spekuliert. Mal wurde eine missglückte Tumoroperation genannt, mal ein angeblicher Selbstmord. Im Februar vermutete der südkoreanische Geheimdienst NIS noch, dass sie weiterhin am Leben sein.

Im Dezember 2013 wurde Huis Mann, Jang Song Thaek, wegen Hochverrats und Korruption hingerichtet. Er gehörte nicht nur zum Politbüro, sondern war auch stellvertretender Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission. Er wurde sogar nachträglich aus alten Fotos herausretuschiert, die ihn neben Kim Jong Un oder dessen Vater zeigten.

Streit um Kim Jong Uns Wasserrutschenpark

Zwischen Kim Jong Un und seinem Onkel soll es zu Meinungsverschiedenheiten gekommen sein. Während Jang Song Thaek die Wirtschaft ankurbeln wollte, bestand sein Neffe auf den Bau eines Spaßbads und eines Ski-Ressorts. Laut dem geflüchteten Park sei Jang innerhalb einer Woche verhaftet, verurteilt und exekutiert worden.

Weil sich seine Tante lautstark und vehement über den Tod ihres Mannes beklagt habe, sei sie schließlich ebenfalls getötet worden. Allein in diesem Jahr sollen 15 weitere Regierungsbeamte auf Befehl des offiziell 33-jährigen Diktators getötet worden sein, schätzt der NIS.

ono

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