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Feiertag in Pjöngjang: Außergewöhnlich nah: Die Kinder Nordkoreas

Ein schöner Tag in Pjöngjang: 30 Grad, Sonne, perfekt für einen der höchsten Feiertage in Nordkorea - dem Todestag von Staatsgründer Kim Il Sung. Ein AFP-Fotograf nutzte die Gelegenheit, um ungewöhnlich nah an die Menschen heranzukommen.

Nordkorea Schülerinnen vor Mausoleum

Der Besuch des Pjöngjanger Kumsusan-Palastes, in dem Kim Il Sung aufgebahrt ist, gilt als Höhepunkt im Leben vieler Nordkoreaner

In Nordkorea mangelt an es an vielem, nicht aber an Feiertagen. 41 Tage im Jahr sind für Gedenken und Erinnerungen reserviert. Vor allem jetzt im Juli ballen sich die Anlässe: 1. Juli: Tag der Minenarbeiter, 7. Juli: Tag der Kohlenbergleute, 8. Juli: Todestag des Staatsgründers Kim Il Sung und 27. Juli: Tag des Sieges im "Vaterländischen Befreiungskrieg", im Westen bekannt unter Koreakrieg. Für die Menschen der isolierten Diktatur bedeutet das: sich in Schale schmeißen und mit Blumen im Arm zu einen der zahllosen Kim-Denkmäler pilgern. Kränze niederlegen, verbeugen, Erinnerungsfoto schießen, abmarsch. So weit, so alltäglich.

Nordkoreaner knipsen, wie der West-Fotograf knipst

Der AFP-Fotograf Ed Jones hat die isolierte Diktatur bereist und in der Hauptstadt Pjöngjang die Feierlichkeiten dokumentiert. Bemerkenswert an seinen Bildern ist, wie nah er an die Menschen herankommen ist. Üblicherweise legen die staatlichen Begleiter von Nordkorea-Besuchern Wert darauf, die Bevölkerung nicht in den Fokus zu rücken. Oft ist es Touristen sogar gänzlich verboten, Alltagsituationen zu fotografieren oder die Einwohner zu porträtieren. Auf einigen Fotos von Jones ist an der Reaktion der Nordkoreaner zu erkennen, dass sie selten von Westlern abgelichtet werden - mit einer Mischung von Neugier und Unsicherheit blicken sie den Journalisten an - oder knipsen gleich zurück.

Während die Menschen am Freitag das Ableben ihres "ewigen" Präsidenten Kim Il Sung begehen, nehmen die Spannungen der aktuellen Führung mit den Vertretern des Westens deutlich zu. Erstmals hat die USA direkte Sanktionen gegen Machthaber Kim Jong Un verhängt. Das Regime bezeichnete dies "offene Kriegserklärung" und als "schlimmstes Verbrechen, das niemals vergeben werden" könne. Außerdem haben die Vereinigten Staaten und Südkorea vereinbart, ein THAAD-Raketenabwehrsystem auf der Südhäfte der Halbinsel zu installieren. Laut des Verteidigungsministeriums in Seoul soll damit die Sicherheit vor nordkoreanischen Atomwaffen garantiert werden.

nik