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Nordkorea: Patrouillenboot verursacht Grenzkonflikt

Weitere Provokation oder doch nur ein Versehen? Ein nordkoreanisches Patrouillenboot ist vorübergehend in südkoreanische Gewässer eingedrungen. Erst nach mehreren Warnungen habe es sich wieder zurückgezogen, hieß es aus Militärkreisen in Seoul.

Ein nordkoreanisches Patrouillenboot ist nach Militärangaben aus Seoul am Donnerstag in südkoreanische Gewässer eingedrungen. Das Boot sei jedoch nach wiederholten Warnungen der südkoreanischen Marine nach etwa einer Stunde wieder abgedreht, teilte ein Sprecher des südkoreanischen Generalstabs mit. Das Boot sei bis zu 1,6 Kilometer tief in südkoreanisches Hoheitsgebiet vorgedrungen. Der Zwischenfall ereignete sich demnach an der umstrittenen innerkoreanischen Seegrenze im Gelben Meer.

Das Patrouillenschiff habe vermutlich die Grenzlinie bei der Jagd auf chinesische Fischerboote passiert, die in dem Gebiet illegalen Fang betrieben hätten, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Militärvertreter. Es werde aber auch nicht ausgeschlossen, das Boot bewusst über die Grenze geschickt wurde, um Spannungen weiter zu schüren.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und in der Region hatten sich zuletzt wegen des nordkoreanischen Atomtests am 25. Mai spürbar verschärft. Nordkorea hatte Südkorea außerdem mit Militäraktionen gedroht und gewarnt, dass die Sicherheit von südkoreanischen und amerikanischen Schiffen im Gelben Meer nicht mehr garantiert werden könne.

Innerhalb der südkoreanischen Streitkräfte ist laut Yonhap die Befürchtung gewachsen, dass das Militär des kommunistischen Nachbarlandes versuchen könnte, ein Seegefecht im Gelben Meer anzuzetteln oder sogar versuchen könnte, eine südkoreanische Insel zu erstürmen. Nordkorea habe zuletzt sowohl Schießübungen als auch Übungen mit schnellen Amphibienbooten entlang der Westküste verstärkt, berichtete Yonhap.

DPA/AFP / DPA