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Nordkoreas Machthaber zu Besuch in China Kim Jong Il ist wieder zu Hause


Bei seinem geheimnisumwitterten Besuch in China hat sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il bereit erklärt, Gespräche über atomare Abrüstung wiederaufzunehmen. Kim habe dies bei einem Treffen mit Chinas Staatschef Hu Jintao zugesichert.

China hat am Montag einen Besuch des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il bestätigt. Ob ihn sein jüngster Sohn Kim Jong Un begleitet hat, blieb jedoch unklar. Kim habe Präsident Hu Jintao mitgeteilt, er halte an der atomaren Abrüstung der geteilten koreanischen Halbinsel fest und hoffe auf die Wiederaufnahme multilateraler Gespräche über das Nuklearprogramm, berichteten staatliche Medien.

Das kommunistische Land steht besonders wegen seines Atomwaffenprogramms international in der Kritik. China ist der wichtigste Verbündete des weitgehend isolierten Landes. Beobachtern zufolge diente der Besuch in der Stadt Changchun dazu, die chinesische Führung über die Pläne für eine Machtübergabe in Nordkorea zu informieren. Als Nachfolger des 68-jährigen, gesundheitlich angeschlagenen Kim gilt sein jüngster Sohn. Weder chinesische noch nordkoreanische Medien erwähnten jedoch, ob er seinen Vater nach China begleitet hat.

Im September soll ein Kongress der Arbeiterpartei Nordkoreas stattfinden - der größte seit 30 Jahren. Von ihm werden umfangreiche Personalentscheidungen erwartet, um die Herrschaft der Kim-Dynastie zu sichern. Sie führt das isolierte Land seit der Gründung vor mehr als 60 Jahren an.

Staatliche Medien zeigten lediglich Bilder von Kim und Hu als sie sich bei der Ankunft des nordkoreanischen Machthabers umarmten. Kim wirkte munter, er humpelte jedoch. Es wird angenommen, dass er vor zwei Jahren einen Schlaganfall erlitten hat. Das Fernsehen zeigte auch Bilder von Kim bei dem Besuch von Bauernhöfen und Fabriken. Es war bereits der zweite Besuch Kims in China in diesem Jahr, zuletzt war er im Mai dort. Aus der Bestätigung des Besuchs lässt sich schließen, dass Kim bereits wieder zu Hause ist. Üblicherweise berichten die staatlichen Medien Chinas und Nordkoreas erst darüber, wenn Kim wieder nach Nordkorea zurückgekehrt ist.

Kim betonte, es habe keine Meinungsänderung Nordkoreas bezüglich der Atompolitik gegeben. Es halte an der Abrüstung fest. Die Atomverhandlungen mit Nordkorea, an denen neben China auch Südkorea, Japan, Russland und die USA teilnahmen, liegen auf Eis, seit Nordkorea im April des vergangenen Jahres die Gespräche platzen ließ und die Reaktivierung seines Atomprogramms ankündigte. Das international isolierte und wirtschaftlich zerrüttete Nordkorea hat bei den Gesprächen immer wieder hoch gepokert, um weitgehende Zugeständnisse vor allem der USA zu erreichen. Daher hält sich der Optimismus der Verhandlungsparteien in Grenzen.

Reuters/AFP Reuters

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