VG-Wort Pixel

Vor US-Manöver in der Region Nordkorea droht mit Einsatz von Atomwaffen


Vor einem geplanten Manöver der US-Streitkräfte in der Region droht Nordkorea mit einem "heiligen Krieg der Vergeltung". Seit dem Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffs im März nehmen die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel stetig zu.

Vor einem geplanten Seemanöver der US-Streitkräfte mit Südkorea hat Nordkorea seine Kriegsrhetorik deutlich verschärft. Die Nationale Verteidigungskommission, das höchste Entscheidungsgremium des kommunistischen Landes, drohte am Samstag, einen "heiligen Krieg der Vergeltung" zu beginnen und den Militärübungen mit den Mitteln der "atomaren Abschreckung" zu begegnen. Den USA und Südkorea unterstellte das Regime, Übungen für einen Atomkrieg abzuhalten. Im Februar hatte Nordkorea ebenfalls vor Beginn eines jährlichen gemeinsamen amerikanisch-südkoreanischen Großmanövers gewarnt, dass es Südkorea mit Atomwaffen angreifen könnte.

An dem am Sonntag beginnenden dreitägigen Manöver sollen 20 Kriegsschiffe teilnehmen, darunter der 97.000 Tonnen schwere US-Flugzeugträger "USS George Washington". Zudem kommen nach US-Angaben 200 Flugzeuge und 8000 Soldaten beider Länder zum Einsatz. Die US-Regierung betonte, die Manöver hätten "defensiven" Charakter, sollten aber abschreckend auf Nordkorea wirken. Sie seien jedoch keinesfalls als "Provokation" konzipiert, sagte Außenamtssprecher Philip Crowley am Donnerstag.

Die südkoreanischen Streitkräfte verstärkten laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap unterdessen die Überwachung an der innerkoreanischen Grenze. Bisher habe es keine ungewöhnlichen Bewegungen auf nordkoreanischer Seite gegeben, hieß es aus dem Hauptquartier des Generalstabschefs.

Die jüngste Warnung Nordkoreas kam einen Tag, nachdem eine Regierungsdelegation des Landes am Rande eines Regionalforums in Hanoi mit einer harten Reaktion auf die Truppenübungen gedroht hatte. "Die Armee und die Bevölkerung der Volksrepublik (Nordkorea) werden nötigenfalls zu jeder Zeit einen heiligen Krieg der Vergeltung starten, der auf der atomaren Abschreckung basiert", hieß es am Samstag aus Pjöngjang. Alle Manöver der USA und Südkoreas seien "nichts als unverblümte Provokationen, mit denen die Volksrepublik durch Waffengewalt in jeder Hinsicht erdrückt werden soll". Nordkorea werde "den größten Atomkriegsübungen legitimerweise ihre mächtige nukleare Abschreckung entgegensetzen".

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben sich deutlich erhöht, seit im März die südkoreanische Korvette "Cheonan" versank. Südkorea macht das Nachbarland für den Untergang verantwortlich, bei dem 46 Seeleute starben. Nordkorea bestreitet eine Verwicklung. Die US-Regierung will zudem neue Sanktionen gegen Nordkorea verhängen. Damit sollen vor allem die Wege für die finanzielle Unterstützung der nordkoreanischen Atomwaffen- und Raketenprogramme blockiert werden.

DPA/AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker