Pakistan Bhutto von El Kaida ermordet


Das Terrornetzwerk El Kaida hat sich nach Angaben des FBI zum Anschlag auf die pakistanische Oppositionsführerin Benazir Bhutto bekannt. Ihr Leichnam ist inzwischen im Heimatort ihrer Familie im Süden des Landes eingetroffen.

Das Terrornetzwerk Al Kaida hat sich nach Angaben der US-Bundespolizei FBI und der Behörde für Heimatsicherheit zu dem Selbstmordanschlag auf Benazir Bhutto bekannt. Die Nummer zwei der Organisation, Ajman al Sawahri, habe das Attentat auf die pakistanische Oppositionsführerin geplant, hieß es in einer Mitteilung des FBI und der Behörde für Heimatsicherheit an die Strafverfolgungsbehörden unter Berufung auf islamistische Webseiten. Bhutto war am Donnerstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi von einem Attentäter durch Schüsse tödlich verletzt worden. Anschließend sprengte sich der Attentäter selbst in die Luft und riss mindestens 20 weitere Menschen mit in den Tod.

Bhutto sollte noch am Freitag in ihrem Heimatort Garhi Khuda Baksh in der südpakistanischen Provinz Sindh beigesetzt werden. In der Nacht war der Leichnam mit einem Militärflugzeug von Rawalpindi nach Sukkur übergeführt worden. Bhutto sollte ihre letzte Ruhe an der Seite ihres Vaters finden, der 1977 als pakistanischer Regierungschef vom Militär gestürzt und zwei Jahre später hingerichtet worden war. Auch zwei ihrer Bürder, die unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen, sind dort begraben.

Unruhen in Pakistan

Nach dem Attentat war es in der Nacht landesweit zu Ausschreitungen aufgebrachter Bhutto-Anhänger gekommen. Die schwersten Unruhen wurden aus der südlichen Hafenstadt Karachi gemeldet. Autos und Regierungsgebäude wurden in Brand gesteckt, Geschäfte geplündert und Straßen mit brennenden Reifen blockiert. Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften wurden nach Berichten pakistanischer Fernsehsender insgesamt 15 Menschen getötet.

Leichnam Bhuttos überführt

Der Leichnam der Ermordeten ist inzwischen im Heimatort ihrer Familie im Süden des Landes eingetroffen. Tausende Trauernde empfingen den Sarg mit der Getöteten bei seiner Ankunft in der Kleinstadt Naudero in der südpakistanischen Provinz Sindh. In dem nahegelegenen Dorf Garhi Khuda Baksh soll sie nach Angaben von Vertretern ihrer Partei noch am Freitag an der Seite ihres Vaters Zulfikar Ali Bhutto beigesetzt worden. Dieser war Pakistans erster demokratisch gewählter Ministerpräsident, wurde aber 1977 vom Militär gestürzt und später hingerichtet. Anwohner berichteten, in der Familiengrabstätte werde bereits ein Grab für die Ermordete ausgehoben.

Bhuttos Witwer Asif Ali Zardari, der den Leichnam gemeinsam mit den drei Kindern des Paares auf dem Flug von Islambad an Bord einer Militärmaschine begleitet hatte, bat die Anhänger seiner Frau um Unterstützung. "Zeigt Geduld. Gebt uns Tapferkeit, diesen Verlust zu ertragen", sagte er bei der Ankunft am Haus der Familie.

DPA/Reuters


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