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Parteitag der US-Republikaner: Romney verspricht ein besseres Amerika

Es war ein Vortrag voller Pathos: Mit der wichtigsten Rede seiner Laufbahn hat Mitt Romney die US-Republikaner begeistert und die Nominierung zum Herausforderer von Präsident Obama angenommen.

Der frühere Gouverneur und Finanzinvestor #link; www.stern.de/politik/ausland/mitt-romney-90248126t.html;Mitt Romney# hat die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner angenommen. "Es ist eine große Ehre und eine noch größere Verantwortung", sagte Romney in seiner Nominierungsrede beim Parteitag in Tampa im Bundesstaat Florida, die von Millionen Fernsehzuschauern im ganzen Land live verfolgt wurde. "Heute Abend bitte ich Euch, mit mir in eine bessere Zukunft zu gehen", sagte Romney. Die Parteitagsdelegierten hatten den 65-Jährigen am Dienstag mit überwältigender Mehrheit zum Herausforderer von Präsident Barack Obama bestimmt.

Er dagegen will mit einem Fünf-Punkte-Plan die Arbeitslosigkeit halbieren und die Vereinigten Staaten aus der Wirtschaftsmisere führen. "Was Amerika braucht, sind Jobs. Viele Jobs", sagte er in seinem mit Spannung erwarteten Vortrag. Neben dem Arbeitsplatzaufbau wolle er das Land bis 2020 unabhängig von Energie aus dem Ausland machen. Er wolle das Bildungssystem stärken, neue internationale Handelsvereinbarungen schaffen und einen ausgeglichenen Staatshaushalt anstreben. Zudem wolle Steuern für Unternehmen senken und Regulierungen abbauen.

"Die guten Tage sind seltener geworden"

In seiner Rede warf US-Romney Präsident Obama vor, mit seiner Politik gescheitert zu sein. Er wolle dem von Amtsinhaber enttäuschten Volk neuen Optimismus verleihen, versprach Romney unter lautem Jubel der Delegierten. Er warf Obama vor, das Land in die falsche Richtung geführt zu haben. "Für zu viele Amerikaner sind diese guten Tage seltener geworden", sagte Romney.

Auch Romneys republikanischer Konkurrent aus den Vorwahlen, Newt Gingrich, meldete sich auf dem Parteitag zu Wort. Seine Partei bereite sich auf einen harten Lagerwahlkampf gegen Präsident Barack Obama vor, es handele sich um die wichtigste Abstimmung seit der Wahl Ronald Reagans 1980, sagte Gingrich. Um das Land aus der Krise zu führen, müsse Präsidentschaftskandidat Mitt Romney ins Weiße Haus einziehen.

Auftritt der Hollywood-Legende

Für Aufsehen sorgte der Auftritt von Clint Eastwood: Die Hollywood-Legende riss den Parteitag mit einer gekonnten Schauspieler-Einlage von den Stühlen. Der 82-Jährige machte sich über Barack Obama lustig und sprach zum Präsidenten, als würde dieser neben ihm sitzen. Alle Welt habe vor vier Jahren vor Rührung geweint, als Obama die Wahlen gewann, sagte Eastwood. Jetzt gebe es 23 Millionen Arbeitslose in den USA. "Das ist etwas, worüber man weinen könnte."

"Wie halten Sie es mir ihren Versprechen, die Sie nicht gehalten haben", fragte der sichtlich gealterte Star weiter - und wandte sich zu einem leeren Stuhl, auf dem der unsichtbare Präsident saß. "Was meinen Sie mit "Halt den Mund", Mr. President", fuhr der bekennende Republikaner Eastwood fort. "Ich glaube, vielleicht ist es an der Zeit, dass jemand anderes kommt und die Probleme löst." Die Zuhörer dankten Eastwood mit rauschendem Beifall.

Störer aus dem Saal verwiesen

Während der Romneys Antrittsrede kam es in der Halle erneut zu Protesten Mehrere Anwesende versuchten, die Ansprache mit lauten Rufen zu stören. Sie wurden nach US-Medienberichten aus der Halle verwiesen. Das Publikum auf dem Parteitag der Republikaner reagierte mit lauten "USA, USA"-Rufen, um die Störer zu übertönen. Romney hat sich von den Protesten nicht aus der Ruhe bringen.

Die Präsidentenwahlen in den USA sind am 6. November. Der Ausgang ist völlig offen. Umfragen sprechen seit Wochen von einem Kopf-an-Kopf-Rennen.

be/DPA / DPA