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Zu dick zum Dienen: Pentagon-Berater: Übergewichtige US-Bürger werden zum Sicherheitsrisiko

Laut Pentagon-Beratern ist fast ein Drittel der jungen US-Bürger inzwischen zu dick, um zum Militär zu gehen. Die Fettleibigkeit werde damit zu einem Sicherheitsrisiko, heißt es in einem Bericht mit dem Titel "Ungesund und unvorbereitet".

US-Rekruten für den Marine Corps bei einer Übung im Oktober 2018

Rekruten für den Marine Corps bei einer Übung im Oktober 2018. Für die strengen Anforderungen des US-Militärs sind viele US-Bürger offenbar mittlerweile zu dick.

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Berater des Pentagon haben wegen einer neuen Gefahr für die nationale Sicherheit der USA Alarm geschlagen: Fast ein Drittel der jungen US-Bürger sei inzwischen zu dick, um zum Militär zu gehen, heißt es in einem in Washington vorgelegten Bericht ehemaliger Generäle und Admiräle. Die weit verbreitete Fettleibigkeit erschwere die Rekrutierung neuer Soldaten erheblich und bedrohe die Kampfkraft, warnten sie.  

"Fettleibigkeit hat lange die Gesundheit unserer Nation bedroht. Angesichts der sich ausdehnenden Epidemie bedroht sie nun auch unsere Sicherheit", heißt es in dem Bericht "Ungesund und unvorbereitet", den das Washingtoner Fachinstituts Council For A Strong America in dieser Woche vorlegte.

Das Problem lasse sich nur lösen, wenn "Maßnahmen zu einer gesünderen Lebensführung" ergriffen würden, und das schon bei Kindern, mahnten die Autoren, ehemalige Admiräle und Generäle.

71% der jungen US-Bürger entsprechen nicht den Anforderungen

Die US-Streitkräfte hatten im vergangenen Monat verkündet, dass sie dieses Jahr erstmals seit 13 Jahren ihr Ziel deutlich verfehlen werden, 76.500 neue Rekruten anzuwerben. Demnach entsprechen 71 Prozent der US-Bürger zwischen 17 und 24 Jahren nicht den Anforderungen für Bewerber. Als eines der Gründe wurden neben Drogen und mangelnder Bildung auch Gewichtsprobleme genannt.

Angesichts des Mangels an geeigneten Bewerbern drückt die Armee bisweilen beide Augen zu. In den Streitkräften seien immer wieder "pummelige Soldaten" zu erleben, "die das geforderte Größen- und Gewichtsmaß deutlich aushebeln", sagte der pensionierte Generalmajor Jeffrey Philipps dem Fachblatt "Military Times". Nach seinen Angaben kosten die Gesundheitsprobleme dicker Soldaten oder die Suche nach Ersatz das Militär jährlich 1,5 Milliarden Dollar.

Eltern und Kinder müssten aufgeklärt werden

Das Pentagon versucht inzwischen, dem Trend mit verschiedenen Programmen entgegenzusteuern: Dazu zählen spezielle Fitnesstests für angehende Rekruten sowie Luxus-Fitnesscenter und Ernährungsberatung in vielen militärischen Einrichtungen. Laut den Autoren von "Ungesund und unvorbereitet" genügt dies aber nicht.

Vielmehr müssten Eltern und ihre Kinder umfassend darüber aufgeklärt werden, wie lebenswichtig richtige Ernährung und viel Bewegung seien. "Die Grundausbildung für Rekruten dauert Wochen, starke Soldaten heranzuziehen dauert Jahre", mahnte der frühere Luftwaffengenerals Richard Myers. "Schon im frühen Stadium zu einem gesunden Lebensstil zu ermuntern, hilft unserer Nation, auf künftige Herausforderungen besser vorbereitet zu sein."

Einsamkeit ist tödlicher als Fettleibigkeit
fin/Thomas Watkins / AFP