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Polen: Komorowski als neuer Staatspräsident vereidigt

Bronislaw Komorowski hat am Freitag vor dem Parlament in Warschau den Amtseid als polnischer Staatspräsident abgelegt. Er ist Nachfolger des im April bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückten Lech Kaczynski. In der Stichwahl am 4. Juli setzte er sich gegen dessen Zwillingsbruder Jaroslaw durch.

Bronislaw Komorowski ist am Freitag als neuer polnischer Präsident vereidigt worden. Komorowski hatte im Juli die Stichwahl gegen Jaroslaw Kaczynski, den Zwillingsbruder des bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen früheren Präsidenten Lech Kaczynski, für sich entschieden.

Als seine wichtigste Aufgabe bezeichnete der europafreundliche Komorowski die Förderung der nationalen Einheit. "Polen bedarf der Zusammenarbeit der wichtigsten Institutionen des Staates, zwischen der Regierung, dem Parlament, dem Präsidenten, aber auch zwischen den politischen Parteien, zwischen denen in der Regierung und denen in der Opposition", sagte der 58-Jährige nach seiner Vereidigung im Parlament. Als Präsident werde er sich für eine solche Kooperation einsetzen. In seiner Rede bekannte er sich zugleich zur Europäischen Union. Komorowski zufolge werden ihn seine ersten Auslandsreisen nach Brüssel, Paris und Berlin führen. Jaroslaw Kaczynski blieb der Vereidigung fern. Beata Szydlo, stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Kaczynskis rechts-nationaler Partei PiS, sagte Reuters: "Es ist seine alleinige Entscheidung. Offensichtlich hat er andere Dinge zu tun."

Komorowski ist ein enger Weggefährte von Ministerpräsident Donald Tusk. Mit ihm kann der Regierungschef auf einen kooperativen Partner bauen, um die Finanzen des Landes auf Vordermann zu bringen.

Reuters/APN / Reuters