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Pro und Contra: Soll die Bundeswehr in Afghanistan bleiben?

Es ist einer der wichtigsten Wahlkampfthemen: der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Sollten Deutsche im Land am Hindukusch Krieg führen? Niels Kruse findet ja, sollten sie. Manuela Pfohl hält dagegen.

Der Westen schuldet Afghanistan etwas

"Die Mission in Afghanistan ist ausgelaugt und der Versuch gescheitert, Demokratie dorthin zu bringen." Worte, wie sie oft zu hören sind in den letzten Monaten. Diese stammen aus dem Mund des italienischen Rechtsaußen Umberto Bossi. Der Chef der Lega Nord und Reformminister unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi fordert, ganz Populist, den sofortigen Abzug italienischer Truppen aus Afghanistan - das Land hat bei einem schweren Anschlag jüngst sechs Soldaten verloren.

Die Afghanen haben in ihrer jüngeren Geschichte noch jeden Eindringling aus dem Land geworfen. Etwa die englische Kolonialmacht Anfang und die Sowjetunion Ende des 20. Jahrhunderts. Angesichts immer schwerer werdender Verluste, des Vorrückens der schon geschlagen geglaubten Taliban, äußerst zweifelhafter Luftangriffe und des mehr als schleppend verlaufenden Wiederaufbaus des Landes, zweifeln nun auch die Bevölkerungen in den kriegführenden Staaten am Sinn des Feldzugs.

Und es ist ja auch richtig - nach acht Jahren fällt die Bilanz äußerst mager aus: Korruption durchzieht das Land wie eh und je. Die radikalen Islamisten bedrohen Afghanen wie Alliierte, kriminelle Machenschaften ziehen sich bis hinauf in die oberen Regierungsämter. Und die Demokratie funktioniert, zumindest nach westlichem Verständnis, mehr schlecht als recht. Doch rechtfertigen diese Umstände einen schnellen Rückzug vom Hindukusch? - frei nach dem Motto: Wir haben es probiert, aber es hat nicht funktioniert.

Die Antwort muss Nein lauten, denn Aufgeben wäre feige und verantwortungslos. Die Alliierten haben ihren Einmarsch 2001 auf zwei Versprechen gegründet. Eines war an sich selbst gerichtet: das Taliban-Regime zu verjagen und damit dem Terror, der mit deren Hilfe möglich wurde, den Boden zu entziehen. Das andere ging an die internationale Gemeinschaft, vor allem aber an Afghanistan: Dem Land beim Wiederaufbau zu helfen, um ihm eine Perspektive jenseits von Armut und Gotteskriegern zu ermöglichen.

Beide Versprechen wurden bislang wenig bis gar nicht eingelöst. Doch der Westen steht in der Pflicht, genau das zu tun. Zumindest aber die Grundlagen dafür zu schaffen. Das ist der Westen Afghanistan schuldig - und sich selbst auch. Denn Tausende von Toten und zerstörte Landstriche sind ein zu hoher Preis, um jetzt einfach entnervt die Flinte ins Mohnfeld zu werfen.

Freilich, dazu bedarf es eines Neuanfangs. Und immerhin haben die US-Strategen begonnen umzudenken. Ihre bisherige Strategie, die von Ignoranz geprägt war und auf pure militärische Übermacht gesetzt hat, ist für den bisherigen Kriegsverlauf mitverantwortlich. Vieles deutet daraufhin, dass der neue Plan für Afghanistan, der auch von den Europäern beeinflusst wurde, mehr Erfolg verspricht. Es wird die letzte Chance sein, die einst gegebenen Versprechen zumindest halbwegs halten zu können.

Frieden schaffen ohne Waffen

"Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt". Für diesen Satz wurde Ex-Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) vor Jahren heftig kritisiert. Das Bild vom deutschen Soldaten, der irgendwo in Afghanistan den Weg für die westlichen Werte freibombt, hatte vielen etwas Zweifelhaftes und klang angesichts der unübersichtlichen Machtverhältnisse am Hindukusch politisch mehr als bedenklich. Zu Recht, wie sich nach acht Jahren Krieg zeigt.

Trotz ihres ehrlichen Engagements ist es der Bundeswehr weder gelungen, die Brutstätten des Terrors zu vernichten, noch schafften es die Soldaten, das Land mit Waffengewalt zu befrieden. Im Gegenteil: Experten schätzen die Zahl der Terror-Camps allein im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet auf bis zu 1500. Dutzende Provinzen sind für ausländische Truppen zu "no go-areas" geworden, in denen die Taliban völlig ungeniert und ungehindert herrschen. Und eine von den TV-Stationen ARD, ABC und BBC in Auftrag gegebene Umfrage von 2007 zeigte, dass vielen Afghanen der Kampf für Demokratie in ihrem Land offenbar eher nebensächlich scheint. So sahen schon damals jeweils rund 30 Prozent in ihren Regionen die größten Probleme bei der Sicherstellung der Stromversorgung und dem (Wieder)aufbau der Wirtschaft. Nur knapp 16 Prozent sahen Defizite bei der inneren Sicherheit. Und mehr als 60 Prozent der Afghanen lehnten den Einsatz der ausländischen Truppen in ihrem Land ab. Die Ablehnung hat sich in den vergangenen zwei Jahren sogar noch verstärkt.

Warum also sollten deutsche Soldaten in Afghanistan bleiben? Um wirtschaftliche Strukturen zu fördern, von denen bislang hauptsächlich die radikal-islamistischen Warlords oder irgendwelche kriminellen Provinzfürsten profitieren? Um die politische Macht eines eitlen und korrupten Präsidenten zu erhalten, der frei ist von jeglicher demokratischer Zukunftsvision und eigener Handlungsfähigkeit? Oder um sich für die sinnlose "Wir ziehn das jetzt durch"-Strategie mancher Bundespolitiker von den Taliban bei immer neuen Anschlägen abknallen zu lassen? 35 tote Soldaten, die der Afghanistan-Einsatz bislang forderte, sollten mehr als genug sein.

Natürlich könnte man die von der Linken erhobene Forderung "Raus aus Afghanistan" eleganter formulieren und natürlich müsste sich ein Abzug der deutschen Truppen in ein internationales Gesamtkonzept für Afghanistan einordnen, im Kern aber haben die Sozialisten Recht.

Deutschland sollte nicht der Arroganz verfallen, einem traditionell und kulturell streng dem Islam verbundenen Land mit militärischer Gewalt westliche Werte aufzwingen zu wollen. Was Afghanistan braucht, sind politische Lösungen, die die Interessen der Afghanen ernst nehmen und den vielen in- und ausländischen karitativen, sozialen und wirtschaftlichen Netzwerken eine Chance geben, ihre Aufbauarbeit zu leisten, ohne vom Taliban-Vorwurf sabotiert zu werden, dass sie nur der "verlängerte Arm" des "westlichen Vormachtstrebens" seien. Ob die Islamisten am Ende wirklich mit neuen Brunnen, Schulen, Krankenhäusern - und funktionierender Stromversorgung - zu besiegen sind, wird sich zeigen, dass sie mit immer mehr Bundeswehrsoldaten nicht besiegt werden können, ist schon bewiesen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(