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Proteste in Jemen: Blutiger Kampf um Sanaa

Sanaa, die Stadt, die wegen ihrer Schönheit von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde, erlebt seit Wochen blutige Auseinandersetzungen. Regierungstreue Truppen und die Opposition kämpfen erbittert in den Straßen der Kulturstadt. Auch am Donnerstag starben wieder mehrere Menschen.

Trotz internationaler Friedensappelle eskaliert die Lage im Jemen weiter. Bewohner der Hauptstadt Sanaa berichten, in der Nacht habe es heftige Gefechte zwischen den Regierungstruppen und den Unterstützern der Opposition gegeben, die auch am Donnerstag noch andauerten. Mindestens zehn Menschen kamen dabei ums Leben. Sechs starben bei Auseinandersetzungen von Anhängern und Gegnern von Präsident Ali Abdallah Saleh, wie aus dem Verteidigungsministerium und aus Stammeskreisen verlautete. Vier Zivilisten starben demnach im Kreuzfeuer rivalisierender Einheiten.

Insbesondere rund um den Platz des Wandels vor der Universität, der seit Monaten von der Opposition besetzt ist, habe es Zusammenstöße gegeben. Seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe am Sonntag wurden in Sanaa insgesamt 89 Menschen getötet.

Ein Aktivist sagte, die Republikanische Garde und die Zentralen Sicherheitskräfte - zwei Einheiten die noch auf den Befehl von Präsident Ali Abdullah Salih hören - hätten erneut die Zeltstadt der Protestbewegung und andere Zentren der Opposition angegriffen. Daraufhin hätten Soldaten der 1. Division der Armee unter dem Befehl von General Ali Mohsen al Ahmar sowie Kämpfer des Stammesführers Scheich Sadik al Ahmar das Feuer erwidert, "um die Demonstranten zu schützen". Auf die Frage, ob dies nun der Beginn eines Bürgerkrieges sei, antwortete der Menschenrechtler: "Es ist fast so etwas wie Bürgerkrieg."

Der Nachrichtensender al Arabija meldete unterdessen, bei einem Drohnenangriff der US-Armee in der südlichen Provinz Abjan seien zehn mutmaßliche al-Kaida-Terroristen getötet worden. Die jemenitische Website "Hayat Aden" berichtete dagegen, die jemenitische Luftwaffe habe seit Dienstagnachmittag mehrere Angriffe auf Angehörige der militanten Islamistengruppe Anhänger der Islamischen Scharia geflogen. Dabei seien in den Ortschaften Schakr und Mahfad insgesamt zehn Mitglieder der Gruppe getötet worden.

ono/DPA/AFP / DPA