Brodelnder Nahost-Konflikt Bei jedem Alarm ins Treppenhaus – so erlebt unsere Reporterin die Angriffe auf Tel Aviv

Agnes Fazekas (l.): "Gegen 1 Uhr sitzen wir dann doch wieder im Treppenhaus. Diesmal im Schlafanzug."
Agnes Fazekas (l.): "Gegen 1 Uhr sitzen wir dann doch wieder im Treppenhaus. Diesmal im Schlafanzug."
© Jonas Opperskalski / Gil Cohen-Magen / AFP
Agnes Fazekas ist freie Journalistin und lebt seit sieben Jahren in Tel Aviv. Genauer gesagt: Seit dem letzten Mal, als im Zentrum Israels der Raketenalarm heulte. Dieses Mal fühlt es sich anders an.
Von Agnes Fazekas

"Was trage ich heut Abend nur – im Treppenhaus?", schreibt eine junge Israelin auf Facebook und postet ein Foto von einem neckischen Nachthemd. "Mit Sicherheit gehe ich im BH schlafen", kommentiert eine Zweite. "Lebe gefährlich, schlafe nackt!", schreibt die Dritte. Es dauert einen Moment, bis der Witz zu mir durchsickert.

Es ist Dienstagmittag, ich sitze in meiner Wohnung in Tel Aviv an einem ganz friedlichen Text. Schließlich sind seit Israels Impfweltmeisterei wieder leichte Themen gefragt. Party, Reise, positive Storys. Das macht Hoffnung, sagen die Redakteure in Deutschland. In der Tel Aviver Blase, zwischen Strand und Bars, lässt sich wie immer gut verdrängen, was draußen passiert.


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