Reaktionen Truppenabzug ist nicht jedermanns Sache


Die Ankündigung des syrischen Truppenabzugs aus dem Libanon hat gemischte Reaktionen hervorgerufen: Den USA geht sie nicht weit genug, die EU sieht darin einen "ersten Schritt". Und Israel hat eine ganz eigene Meinung.

Die Ankündigung eines schrittweisen Abzugs der syrischen Truppen aus dem Libanon durch Syriens Präsident Baschar al Assad hat weltweit unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Den USA gingen die Ankündigungen Assads nicht weit genug. "Wir meinen einen vollständigen Rückzug, keine halbherzigen Schritte", sagte Erin Healy, Sprecherin des US-Präsidialamts am Samstag. Die Europäische Union (EU), Russland und Großbritannien bezeichneten die Ankündigung dagegen als ersten Schritt auf dem Weg eines schnellen und vollständigen Rückzugs. Israels Vize-Ministerpräsident Schimon Peres tat Assads Worte als Ausflucht ab. Diese seien keine Antwort auf die UN-Resolution. Israel hatte zuletzt eine diplomatische Offensive gegen Syrien eingeleitet, dem es eine Mitverantwortung für den jüngsten palästinensischen Selbstmordanschlag Ende Februar gibt. Dabei waren in Tel Aviv fünf Israelis getötet worden.

Zeit für den UN-Sondergesandten

UN-Generalsekretär Kofi Annan will einem Sprecher zufolge diese Woche seinen Sondergesandten Terje Roed-Larsen nach Beirut und Damaskus schicken, um dort über die vollständige Umsetzung der Resolution 1559 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (UN) zu sprechen. Libanons führender Oppositioneller Walid Jumblatt erkannte die Ankündigung zwar als positiv an, forderte aber einen Zeitplan für den Abzug.

Auf dem Märtyrer-Platz in Beirut feierten viele Libanesen die Aussicht auf den syrischen Truppenabzug. Aber es gab auch Libanesen, die in der Ankündigung keinen Anlass zum Feiern sahen. In mehreren Städten zogen Hunderte von Menschen auf die Straßen, um ihre Unterstützung für Syrien kundzutun. Auch 15 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs bleibt das Land in seine christlichen, sunnitischen und schiitischen Bevölkerungsteile gespalten. Manche Libanesen fürchten, die Konflikte könnten nach einem Abzug Syriens wieder offen ausbrechen.

Reuters Reuters

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