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Regierungskrise in Italien: Prodi auf dem Sprung zurück ins Amt

In Rom deutet sich ein baldiges Ende der Regierungskrise an. Der zurückgetretene Ministerpräsident Romano Prodi hat in einigen Forderungen nun Rückendeckung von seinen alten und wohl auch neuen Koalitionspartnern bekommen.

Nach seinem Rücktritt vom Amt des italienischen Ministerpräsidenten hat Romano Prodi Rückendeckung von seinen Bündnispartner erhalten. Bei einer Sitzung mit seinen Bündnispartnern habe Prodi ein "programmatisches Dokument" vorgestellt, in dem er die Koalitionsparteien um Unterstützung für eine mögliche Neuauflage seiner Regierung bat, sagte Prodis Sprecher Silvio Sircana. Die Parteichefs hätten dem 12-Punkte-Programm geschlossen zugestimmt, hieß es.

Unter anderem verpflichteten sich die Partner, Prodi beim Einhalt der internationalen Verpflichtungen und bei der Familienpolitik Rückhalt zu geben. Der Regierungschef war am Mittwoch zurückgetreten, nachdem er im Senat eine schwere Niederlage bei einer Abstimmung über die künftige Außenpolitik und speziell den Einsatz der italienischen Truppen in Afghanistan einstecken musste. Mehrere kommunistische Abgeordnete hatten sich der Stimme enthalten.

Es sei nun notwendig, sich die verlässliche Unterstützung der Partner zu sichern und als geschlossene Koalition aufzutreten. Nur so könnte Prodi auch auf Unterstützung von Abgeordneten anderer Parteien hoffen, hieß es weiter.

Prodis Bündnis wird nun zu Gesprächen bei Staatspräsident Giorgio Napolitano erwartet, der derzeit Lösungen für die schwere Regierungskrise sucht. Oppositionsführer Silvio Berlusconi drängte am Donnerstagabend erneut auf Neuwahlen. Jedoch gehen Beobachter davon aus, dass Napolitano einen solchen Schritt vermeiden will. Er hatte Prodi gebeten, die Amtsgeschäfte auch nach seinem Rücktritt zunächst weiterzuführen.

DPA / DPA
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