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Reinhold Beckmanns neue Sendung: Wie schlecht es jesidischen Flüchtlingen wirklich geht

Zwei Wochen war Reinhold Beckmann unterwegs für seine Dokumentation über jesidische Flüchtlinge im Nordirak. Schockiert über die humanitäre Katastrophe will er vor allem eines: aufrütteln.

Reinhold Beckmann hat im Irak recherchiert - das Ergebnis ist heute Abend in seiner neuen Sendung "Beckmann" in der ARD zu sehen

Reinhold Beckmann hat im Irak recherchiert - das Ergebnis ist heute Abend in seiner neuen Sendung "Beckmann" in der ARD zu sehen

Mitten zwischen den nackten Beton-Ruinen, bei Regen und eisiger Kälte, hat Reinhold Beckmann die Flüchtlinge gefunden, darunter so viele Kinder. Da filmte er schon seit einigen Tagen im Norden des Irak für seine Reportage-Reihe Beckmann (ab 20.15 Uhr in der ARD). Hierhin, in die Nähe der türkischen Grenze, sind zehntausende Jesiden vor den Angriffen des Islamischen Staates geflüchtet.

Beckmann hat mit seinem Kamerateam in den wilden Flüchtlingscamps gefilmt, den nicht organisierten Camps mit Flüchtlingen, die in Bauruinen hausen, ohne Wände, ohne Toiletten, ohne ärztliche Versorgung. Babys schlafen bei minus zehn Grad auf Betonböden, bestenfalls eine dünne Decke darunter, berichtet Beckmann. Und egal zu welcher Familie man geht, alle hätten von schrecklichen Erlebnissen zu berichten.

Besonders schockierte ihn die Situation der Kinder: Zwei Jungen, 12 und 13 Jahre alt, zum Beispiel, halten sich fest an den Händen, sprechen kein Wort mit ihm. Sie haben zusehen müssen, wie ihre Eltern erschossen wurden.

Etwa 5000 Frauen wurden vom IS entführt

Als Beckmanns Team die Kamera herausholt, kommt Leben in die Gruppe. Die Kinder drängeln, wollen sehen, was passiert. Beckmann spricht lange mit den Kindern, mit ihren Eltern, mit den Männern, deren Frauen von den Terroristen des Islamischen Staates entführt wurden. Mit den Eltern, deren 18-jähriger Sohn die Strapazen der Flucht nicht überlebt hat. Mit den Opfern dieses Krieges.

Die vielen Frauen die auf der Flucht von IS-Milizen vergewaltigt wurden, sprechen das Wort Vergewaltigung nicht aus. Sie formulieren es anders und sagen: "Man hat uns die Ehre genommen". Etwa 5000 Frauen werden vermisst, vom IS entführt, versklavt und möglicherweise verkauft nach Saudi Arabien, Katar oder in den Jemen. Zurück beiben hilflose Ehemänner und verzweifelte Kinder.

Es geht darum, den Menschen ihre Würde zurückzugeben

Beckmann will den Flüchtlingen die Würde zurückgeben. Viele Menschen in Deutschland schauen wie gebannt auf die fürchterliche Brutalität der Propaganda-Videos des Islamischen Staates, die alle anderen Nachrichten aus der Region verdrängen. Beckmann möchte dem etwas entgegenstellen: die Geschichten der Opfer, der Flüchtlinge.

Das Interview mit Reinhold Beckmann ...

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Cornelia Fuchs/Ulrike von Bülow / print