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Reisewarnungen wegen möglicher Terroranschläge: De Maizière: Kein Anlass für "Alarmismus"

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat nach den Reisewarnungen Japans und der USA für Europa-Urlauber eine konkrete Gefährdung durch Terroranschläge ausgeschlossen. Eine abstrakte Gefährdung bestehe bereits seit dem Frühjahr 2009.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht derzeit "keine konkreten Hinweise auf unmittelbar bevorstehende" Terroranschläge in Deutschland. Der Minister sagte am Montag in Berlin, für "Alarmismus" bestehe kein Anlass. Seit dem Frühjahr 2009 gebe es allerdings eine abstrakte Gefährdung, da es Hinweise gegeben habe, dass die Terrororganisation Al-Kaida längerfristig Anschläge in den USA und Europa plane.

Ebensfalls skeptisch sieht Bundesregierung Medienberichte über angeblich geplante Anschläge auf prominente Ziele in Berlin. Die Quellen dieser Berichte seien nicht klar, hieß es am Montag in Regierungskreisen in Berlin. "Vertrauen Sie lieber auf Quellen, die Ihnen offen zur Verfügung stehen."

Hintergrund waren Meldungen des US-Senders Fox News, dass Terroristen unter anderem den Berliner Fernsehturm und das Hotel Adlon ins Visier genommen hätten. In Paris seien der Eiffelturm und die Kathedrale Notre Dame mögliche Ziele. Die Informationen über die Anschlagspläne kommen laut Fox von einem Deutsch-Pakistaner, der in einem Gefängnis in der US-Luftwaffenbasis Bagram in Afghanistan verhört werde. Die USA und Japan rufen ihre Bürger inzwischen zu besonderer Vorsicht bei Reisen in Europa auf.

Dazu erklärte das Bundesinnenministerium, es handele sich nur um einen Reisehinweis, nicht aber um eine Warnung. Der Hinweis sei den deutschen Behörden vorab bekannt gewesen. Im übrigen würden alle Hinweise im Kontext terroristischer Bedrohung sehr ernst genommen. Die Hinweislage bestehe aber "nicht erst seit gestern", sondern seit längerem. Es gebe ein "Grundrauschen" solcher Informationen. Klar sei, dass "Deutschland eine Gefährdungssituation hat", sagte ein Sprecher.

Das Auswärtige Amt erklärte zu der Vernehmung des Verdächtigen in Afghanistan nur, einer konsularischer Mitarbeiter habe "Zugang zu dem deutschen Staatsbürger, der sich in Gewahrsam der US-Truppen in Afghanistan befindet", gehabt. Weitere Einzelheiten wollte auch Regierungssprecher Christoph Steegmans nicht preisgeben. "Ich könnte mich in Floskeln ergehen, aber das würde uns nicht weiter helfen", sagte er.

APN / APN