VG-Wort Pixel

Rekrutierung von Kindersoldaten im Kongo Weltstrafgericht spricht Lubanga schuldig


Der Internationale Strafgerichtshof hat den ehemaligen kongolesischen Milizenchef Lubanga wegen der Rekrutierung von Kindersoldaten schuldig gesprochen. Es ist das erste Urteil des IStGH seit seiner Gründung.

Der ehemalige kongolesische Rebellenführer Thomas Lubanga Dyilo ist am Mittwoch vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag für schuldig befunden worden, in seiner Heimat Hunderte Kinder als Soldaten missbraucht zu haben. Es handelt sich um ein historisches Urteil: Der 51-Jährige war der erste mutmaßliche Kriegsverbrecher, der vom IStGH festgenommen und vor Gericht gestellt wurde. Für wieviele Jahre Lubanga ins Gefängnis soll, wollen die drei Richter zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

Der 1960 in Djiba in der ostkongolesischen Provinz Ituri geborene Lubanga war während des Bürgerkrieges in dem zentralafrikanischen Land Chef der brutalen Rebellengruppe Union Kongolesischer Patrioten (UPC) und später Anführer der Miliztruppe Patriotische Front für die Befreiung des Kongo (FPLC).

Millionen Menschen kamen ums Leben

Die Gruppen sollen für zahlreiche Massaker an verfeindeten Volksgruppen verantwortlich sein. Sie kämpften unter anderem mit einer "Kinderarmee". Ziel der untereinander zerstrittenen Milizen war es, die Regierung in der Hauptstadt Kinshasa zu stürzen, der Misswirtschaft und Korruption vorgeworfen wurde.

Der Konflikt im Kongo dauerte offiziell von 1998 bis 2003, Millionen Menschen kamen ums Leben. Beide Seiten waren während des Konfliktes von anderen afrikanischen Staaten unterstützt worden, darunter Ruanda, Uganda, Angola und Simbabwe.

Lubanga saß seit März 2006 in Untersuchungshaft. Das Verfahren gegen ihn, in dem insgesamt 67 Zeugen angehört wurden, war im Januar 2009 eröffnet worden. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2002 und 2003 Hunderte Kinder unter 15 Jahren als Soldaten zwangsrekrutiert und gezwungen zu haben, Morde und andere Greueltaten zu begehen. Es soll Fälle gegeben haben, in denen Zivilisten ihre eigenen Gräber ausheben mussten, bevor sie erschossen wurden. Unter anderem ging es bei dem Konflikt um wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber, Diamanten und Erdöl.

mlr/AFP/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker