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Rumänischer Ex-Regierungschef: Nastase wird im Gefängnis-Krankenhaus behandelt

Nach einem mutmaßlichen Selbstmordversuch des rumänischen Ex-Ministerpräsidenten ist dieser aus der Notfallklinik in Bukarest entlassen worden. Adrian Nastase wird nun im Krankenhaus des Gefängnisses weiter behandelt.

Rumäniens Ex-Ministerpräsidenten Adrian Nastase ist am späten Dienstagabend nach langem bürokratischem Tauziehen zwischen Ärzten, Polizei, Staatsanwaltschaft und dem Bukarester Stadtgericht ins Gefängnis gebracht worden. Nastase war knapp eine Woche zuvor vom obersten Gericht des Landes wegen illegaler Parteienfinanzierung zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Seine Inhaftierung hatte sich verzögert, weil es am Tag der Urteilsverkündung zu einem Zwischenfall kam, in dessen Folge Nastase ins Krankenhaus gebracht wurde. Was genau geschehen war, blieb zunächst unklar. Nastases sozialistische Parteifreunde und seine Familie erklärten, der Ex-Premier habe einen Selbstmordversuch unternommen.

Die Staatsanwaltschaft machte widersprüchliche Angaben darüber, ob sie diese Darstellung glaubt. Medien berichteten von einem vorgetäuschten Selbstmordversuch, mit dem die Inhaftierung verhindert werden sollte. Nastases Ärzte sowie die beim Zwischenfall anwesenden Polizisten wurden verhört, ein Ergebnis wurde zunächst nicht bekannt. Den Staatsanwälten ging es darum, ob die Ärzte mit einer übertriebenen Diagnose Nastase zu einer Haftverzögerung verholfen und ob die Polizisten sich an diesem Vorgang beteiligt haben.

Nastase wurde jetzt aus der Bukarester Notfallklinik entlassen und in das Krankenhaus des Gefängnisses Rahova gebracht.

hw/DPA / DPA