HOME

Machtdemonstration: Russische Kampfjets simulieren Angriff auf US-Zerstörer

Am Dienstag sind nach US-Angaben zwei russische SU-24-Jets nur knapp neun Meter über dem US-Zerstörer "Donald Cook" hinweggeflogen. Das US-Militär ist beunruhigt. Wie es die Aktion bewertet.

Russische Kampfjets ohne sichtbare Waffensysteme fliegen bedrohlich nah an dem US-Zerstörer "Donald Cook" vorbei.

Russische Kampfjets ohne sichtbare Waffensysteme fliegen bedrohlich nah an dem US-Zerstörer "Donald Cook" vorbei.

Russische Kampfflugzeuge haben nach US-Angaben simulierte Angriffe in der Nähe eines amerikanischen Kriegsschiffes in der Ostsee geflogen. Am Montag und Dienstag seien SU-24-Jets wiederholt auf einige Hundert Meter an den Lenkwaffenzerstörer "Donald Cook" herangeflogen, sagte am Mittwoch ein US-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Am Dienstag seien die offenbar unbewaffneten Flugzeuge dabei sogar bis auf neun Meter herangeflogen, sodass sie Wellenschlag erzeugt hätten. Anschließend sei ein russischer KA-27-Hubschrauber wiederholt vorbeigeflogen und habe Fotos aufgenommen. Auf Funksprüche der Amerikaner hätten die Piloten nicht reagiert. Der Kapitän der "Donald Cook" habe das Vorgehen als "gefährlich und unprofessionell" beschrieben. Das US-Militär prüfe den Vorgang. 

Angespanntes Verhältnis zwischen Russland und der NATO

Die "Donald Cook" hatte am Montag einen Besuch in Polen beendet und befuhr den Informationen zufolge während der Zwischenfälle internationale Gewässer in fast 130 Kilometern Entfernung zur nächsten russischen Küste vor der Exklave Kaliningrad.

Die Beziehungen zwischen der Nato und Russland sind angespannt. Das westliche Bündnis will seine Präsenz Osteuropa so stark wie nie seit Ende des Kalten Kriegs ausbauen, um Russland von einem Angriff auf die östlichen Bündnispartner abzuschrecken. Die drei baltischen Staaten haben die Nato um die Stationierung je eines Bataillons - etwa 300 bis 800 Soldaten - auf ihren Staatsgebieten gebeten. Sie werfen Russland ein zunehmend aggressives Verhalten vor. Die Regierung in Moskau weist Angriffspläne zurück.

jlp / Reuters
Themen in diesem Artikel