Russische Spione in den USA verhaftet Zehn Maulwürfe aus Moskau


Die Schlagzeilen erinnern an den Kalten Krieg: US-Ermittler haben nach jahrelanger Vorarbeit ein mutmaßliches russisches Spionagenetz auffliegen lassen. Die Geheimagenten aus Moskau sollten Kontakte zur politischen Führungsebene knüpfen.

Die US-Behörden haben nach eigenen Angaben einen russischen Spionagering ausgehoben. Wie das Justizministerium am Montag mitteilte, wurden bereits am Sonntag zehn mutmaßliche Agenten festgenommen. Ihnen und einem weiteren Beschuldigten werde vorgeworfen, für den russischen Geheimdienst tätig geworden zu sein. Ihre Aufgabe sei gewesen, sich langfristig eine amerikanische Identität zuzulegen, um für Russland an Informationen über die USA heranzukommen. So hätten sie Personen als Quellen rekrutieren sollen, die in politischen Entscheidungsgremien der USA tätig sind. Außerdem wird den Festgenommenen Geldwäsche vorgeworfen.

In den Gerichtsakten wird aus zahlreichen abgefangenen Nachrichten zwischen den mutmaßlichen Agenten und Moskau zitiert. Eine Geheimbotschaft an Russland dreht sich den Angaben zufolge um einen Wechsel an der Führung des US-Geheimdienstes CIA und um den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2008. Zu diesem Zweck sollen private Gespräche mit einem Berater des Kongresses geführt worden sein. Die mutmaßlichen Spione sollen ihre Informationen mit ihren russischen Kontaktpersonen mit verschlüsselten drahtlosen Nahbereichsverbindungen zwischen Laptops ausgetauscht haben.

Den Akten zufolge trafen sich am Samstag zwei verdeckt arbeitende Agenten der US-Bundespolizei FBI in New York und Washington mit zwei Verdächtigen und gaben sich als russische Geheimdienstmitarbeiter aus. Zu den ausgespähten Personen einer Angeklagten gehörte ein Geschäftsmann in New York, der auch in der Politik aktiv ist. Die mutmaßliche Spionin wurde angewiesen, "Stück um Stück eine Beziehung" zu dem Mann aufzubauen.

Der Aktion seien mehrjährige Ermittlungen vorausgegangen, hieß es weiter. Unter anderem seien Telefone und Wohnungen der Verdächtigen abgehört worden.

Die US-Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sie die russische Regierung über die Ermittlungen informieren werde. Das Weiße Haus gab zunächst keine Stellungnahme zu den Festnahmen und möglichen Auswirkungen auf die Beziehungen zu Moskau ab.Erst vor wenigen Tagen hatten sich US-Präsident Barack Obama und sein russischer Kollege Dmitry Medwedew mit dem Ziel getroffen, die wegen politischer und wirtschaftlicher Differenzen belasteten Beziehungen beider Länder zu verbessern.

APN/AFP/DPA/Reuters DPA Reuters

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