VG-Wort Pixel

Zu Land, zu Wasser und in der Luft Russland feuert massenweise Raketen ab

Egal ob in Sibirien, im Fernen Osten oder im Kaspischen Meer - mit einem landesweiten Großmanöver demonstrierte Russland seine Militärstärke. Zum Einsatz kamen auch die gefürchteten Interkontinentalraketen.

"Unerwartete Überprüfungen der Gefechtsbereitschaft", wie Großmanöver im Militär-Jargon heißen, stehen in Russland zurzeit alle zwei Wochen auf der Tagesordnung. Am Freitag demonstrierte Moskau wieder die Schlagkraft seiner Armee. Überall im Land stiegen atomar bestückbare Raketen oder Marschflugkörper in den Himmel. Ein Video, das vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlicht wurde, zeigt, wie scheinbar nur auf einen Anruf hin U-Boote, Bomber und Raketenkreuzer ihre gefährliche Fracht abfeuerten.

Vom nordrussischen Weltraumbahnhof Plessezk wurde eine Interkontinentalrakete vom Typ Topol abgeschossen. In der nördlichen Barentssee sowie im Ochotskischen Meer im Fernen Osten feuerten Atom-U-Boote Raketen ab. In Nordrussland und auf der Halbinsel Kamtschatka beschossen strategische Bomber vom Typ TU-160 Übungsziele. Im Kaspischen Meer schoss ein Raketenkreuzer einen Marschflugkörper des Typs Kalibr ab. Bei Luftangriffen in Syrien kommt dieser Typ  aktuell zum Einsatz.

Insbesondere der Test der Interkontinentalraketen vom Typ Topol, die mit Nuklearsprengköpfen bestückt werden kann, erregt Aufsehen. Die Reichweite dieses Raketentyps beträgt bis zu 10.000 Kilometer. Die "Topol-M" gehört zum Erstschlagarsenal Russlands. Sie wird von geländegängigen Spezial-Maschinen transportiert und kann jederzeit schnell verlegt werden. Damit kann sie vom Gegner nicht präventiv ausgeschaltet werden.

Wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte, sollte mit dem Großmanöver das Kommandosystem getestet werden. Der Zeitpunkt dürfte kaum zufällig gewählt worden sein. Zur selben Zeit begann am Freitag der Syrien-Gipfel in Wien. An den bislang umfassendsten Verhandlungen zum Syrien-Konflikt sind die UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie wichtige Akteure wie Saudi-Arabien und die Türkei beteiligt. Einer der Hauptstreitpunkte unter den Konferenzteilnehmern ist die Zukunft des syrischen Machthabers Assad. Der Westen besteht nicht mehr darauf, dass Assad abtritt, strebt aber einen konkreten Fahrplan an. Russland unterstützt zurzeit Assad mit Luftschlägen gegen Rebellengruppen und den IS.

ivi

Mehr zum Thema

Newsticker