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Säbelrasseln in "Cheonan"-Krise: Die Koreas zeigen militärische Muskeln

Zwischen den verfeindeten Nachbarstaaten Nord- und Südkorea hat sich der Ton am Donnerstag weiter verschärft. Die nordkoreanische Armee erklärte ein Sicherheitsabkommen für ungültig. Südkoreas Marine demonstrierte mit einem Manöver militärische Stärke.

Das gefährliche Säbelrasseln zwischen beiden koreanischen Staaten geht weiter. Nordkorea kündigte am Donnerstag ein Abkommen auf, das bewaffnete Zusammenstöße auf hoher See verhindern soll. Südkoreas Marine demonstrierte unterdessen mit einem Seemanöver Stärke.

Alle Vereinbarungen mit Südkorea zur Vermeidung unbeabsichtigter Konflikte würden komplett für "null und nichtig" erklärt, hieß es in einer Erklärung des Führungsstabs der nordkoreanischen Volksarmee. Südkoreanische Schiffe, die die von Nordkorea selbst gezogene militärische Demarkationslinie im Gelben Meer verletzten, würden sofort angegriffen, warnte das Militär.

Durch die Drohung verschärfte sich der Konflikt um die Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes nahe der Seegrenze weiter. Die Erklärung verbreiteten die Staatsmedien am selben Tag, an dem die südkoreanische Marine ein Seemanöver vor der Westküste abhielt, um militärische Stärke zu demonstrieren. An dem eintägigen Manöver beteiligten sich zehn Kriegsschiffe, darunter ein 3000-Tonnen- Zerstörer, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Nach Berichten südkoreanischer Medien wurden zudem die Streitkräfte Südkoreas und der USA in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Die militärische Aufklärung gegenüber Nordkorea solle dadurch verstärkt werden. Die Berichte wurden von den US-Streitkräften in Südkorea (USFK) nicht bestätigt.

Seoul macht das kommunistische Nachbarland für den Untergang der Korvette "Cheonan" verantwortlich. Ein Expertenteam war in der vergangenen Woche zu dem Ergebnis gekommen, dass das Schiff bei einem nordkoreanischen Torpedo-Angriff versenkt wurde. Nordkorea bestreitet, das Schiff versenkt zu haben und drohte im Fall von Strafaktionen mit Krieg.

Die Volksarmee Nordkoreas erklärte jetzt außerdem, den "Heißen Draht" zwischen den Seestreitkräften beider Länder zu kappen. Die Vebindung sollte helfen, bei Konflikten eine Eskalation zu vermeiden. An der strittigen Seegrenze im Gelben Meer war es bereits wiederholt zu militärischen Zwischenfällen gekommen.

Der Konflikt um den Seezwischenfall wird auch Thema bei einem Treffen des südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao an diesem Freitag in Seoul sein. Südkorea will den Schiffsuntergang vor den Weltsicherheitsrat bringen, damit eventuell neue Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen werden können. Das erfordert jedoch die Unterstützung der Veto-Macht China, das sich bisher zurückhaltend zu den Untersuchungen zum "Cheonan"-Fall verhalten hat.

DPA / DPA