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Schlacht um Sirte hat begonnen Libyschen Rebellen schlägt harte Gegenwehr entgegen


Der seit Wochen erwartete Vormarsch der libyschen Rebellen auf die Stadt Sirte hat begonnen. Die Gaddafi-Truppen leisten noch Gegenwehr. In Tripolis, wo am Donnerstag Sarkozy und Cameron empfangen worden waren, traf am Freitag der türkische Regierungschef Erdogan ein.

Die libyschen Rebellen haben ihren seit Wochen angekündigten Kampf um Gaddafis Heimatstadt Sirte begonnen. Mohammed Ibrahim, ein Militärsprecher der Rebellen in der Stadt Misrata, sagte der Nachrichtenagentur dpa am Freitag, die "Revolutionäre" hätten in der Nacht in kleinen Gruppen von Süden, von Westen und mit kleinen Booten vom Meer aus angegriffen. Sieben Kämpfer der Aufständischen-Armee seien seit Beginn der Operation ums Leben gekommen. Die Rebellen hätten zahlreiche Kämpfer der Gaddafi-Truppen getötet.

Besonders erbitterter Widerstand sei ihnen aus dem südlichen Vorort Kasr Abu Hadi entgegengeschlagen. Die Rebellen koordinierten ihre Angriffe in Sirte mit der Nato, sagte Ibrahim. Die Stadt werde immer noch von den Gaddafi-Truppen kontrolliert. Die Rebellen hätten sich bislang nach jedem Angriff wieder in sicheres Gebiet zurückgezogen. Einwohner von Sirte sagten, sie hätten in der Nacht heftige Gefechte beobachtet.

Der Nachrichtensender Al-Arabija meldete auch neue Kämpfe rund um die Stadt Bani Walid rund 150 Kilometer südlich von Tripolis. Der nach dem Sturz von Tripolis im August untergetauchte Machthaber Muammar al-Gaddafi wird in Sirte, Bani Walid oder Sebha vermutet.

Gaddafis Regierungssprecher angeblich tot

Unterdessen traf der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in Tripolis ein. Nach seiner Ankunft am Militärflughafen Mitiga wollte er nach Angaben aus türkischen Delegationskreisen in einer Moschee im Stadtzentrum am Freitagsgebet teilnehmen. Anschließend standen Gespräche mit Vertretern des Übergangsrates auf der Tagesordnung.

Die libysche Zeitung "Qurayna al-Jadida" meldete auf ihrer Website, bei den Kämpfen in Sirte sei auch der Regierungssprecher des Gaddafi-Regimes, Mussa Ibrahim, getötet worden. Dies wurde jedoch von den Rebellen zunächst nicht offiziell bestätigt. Ibrahim hatte sich in den vergangenen Tagen mehrfach mit Durchhalteparolen zu Wort gemeldet. Er hatte erklärt, Gaddafi sei bei bester Gesundheit und bereite die Rückeroberung Libyens vor.

Die Aufständischen hatten die Einwohner der noch von den Gaddafi-Truppen kontrollierten Städte Sirte und Bani Walid zuerst aufgefordert, die Waffen niederzulegen, um eine friedliche Übergabe der Stadt an den Übergangsrat zu garantieren. Diese Verhandlungen führten jedoch zu keinem Ergebnis. Auch die Stadt Sebha im Süden Libyens ist noch nicht unter der Kontrolle des Übergangsrates.

DPA DPA

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