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Kämpfe im libyschen Sirte: IS richtet Blutbad in Klinik an

Seit Mittwoch toben in der Stadt Sirte Kämpfe zwischen lokalen Stämmen und der Terrormiliz Islamischer Staat. Laut Medienberichten geht der IS besonders brutal vor: Die Dschihadisten stürmten ein Krankenhaus, exekutierte Verwundete und steckten die Klinik in Brand.

Lokale Stammesangehörige feuern auf den IS: Innerhalb von drei Tagen sollen in Sirte mindestens 106 Menschen getötet worden sein.

Lokale Stammesangehörige feuern auf den IS: Innerhalb von drei Tagen sollen in Sirte mindestens 106 Menschen getötet worden sein.

Mit brutalen Methoden gehen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Libyen gegen Milizen vor, die sich nicht unterordnen wollen. In Sirte, der Heimatstadt des 2011 gestürzten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, stürmten die Dschihadisten nach Berichten lokaler Medien am Freitag ein Krankenhaus und töteten 22 verletzte rivalisierende Milizionäre, deren Leichname sie anschließend verstümmelten. Das Krankenhaus setzten sie zur Abschreckung in Brand, berichtete das Nachrichtenportal "Al-Wasat".

Seit Mittwoch toben in der Stadt Kämpfe zwischen lokalen Stammesangehörigen und IS-Anhängern. Innerhalb von drei Tagen seien dabei mindestens 106 Menschen getötet worden, berichtete der Nachrichtensender Al-Arabija unter Berufung auf offizielle Kreise. Die meisten Opfer gehörten dem Ferschan-Stamm an, der sich geweigert habe, sich dem IS zu unterwerfen.

Dschihadisten nutzen Machtvakuum in Libyen

Der IS hatte bereits im Februar weite Teile von Sirte, 450 Kilometer östlich von Tripolis, erobert und die Stadt im Mai komplett unter seine Kontrolle gebracht. Die Dschihadisten nutzen das Machtvakuum in dem ölreichen Land aus, wo sich zwei Regierungen und zahlreiche Milizen gegenseitig bekämpfen.

Der Chef der international anerkannten libyschen Regierung in Tobruk, Abdullah al-Thinni, warf dem IS in einer in der Nacht zum Freitag veröffentlichten Erklärung vor, einen Völkermord zu verüben. Er rief die Vereinten Nationen auf, das 2011 gegen Libyen verhängte Waffenembargo aufzuheben.

amt / DPA