Schlag gegen die ETA Militärchef geht Fahndern ins Netz


Der französischen und spanischen Polizei ist am Sonntag erneut ein wichtiger Schlag gegen die baskische Untergrundorganisation ETA gelungen.

Der Militärchef der Gruppe ging den Beamten bei einer gemeinsamen Razzia im Norden Frankreichs ins Netz, wie das spanische Innenministerium mitteilte.

Dem 54-jährigen Ibon Gogeascoechea wird unter anderem vorgeworfen, 1997 einen Mordanschlag auf den spanischen König Juan Carlos versucht zu haben. Zusammen mit dem Top-Kommandeur wurden zwei weitere hochrangige ETA-Mitglieder festgesetzt. Durch mehr als 30 Festnahmen allein in den vergangenen zwei Monaten gilt die Gruppe inzwischen als deutlich geschwächt. Die ETA kämpft für eine Unabhängigkeit des Baskenlandes.

Die Polizei nahm die ETA-Mitglieder in dem Ort Cahan in der Normandie fest, teilte das spanische Innenministerium weiter mit. Gogeascoechea habe den Verdacht auf sich gelenkt, als er mit falschen Papieren ein Haus auf dem Land mieten wollte. Mit seinen Komplizen sei er in einem Auto mit gefälschtem Nummernschild festgenommen worden. Die beiden hätten ihre letzten Anweisungen vor einem Einsatz in Spanien erhalten.

"Das war eine Kommandogruppe mit den schlimmsten Vorhaben auf dem Weg nach Spanien", sagte Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba vor Journalisten. Gogeascoechea sei bereits der fünfte ETA-Führer, der seit 2008 festgenommen wurde. Der jüngste Schlag gegen die ETA gehöre zu einer Serie von Festnahmen seit Anfang des Jahres. "Das waren wohl die schlimmsten zwei Monate in der Geschichte der ETA", sagte der Minister.

In ihrem Kampf für ein unabhängiges Baskenland hat die ETA mehr als 850 Menschen getötet. Ein führendes Mitglied der Batasuna-Partei, dem politischen Teil der ETA, hatte in der vergangenen Woche zu einem Ende des bewaffneten Kampfes aufgerufen. Doch Batasuna hat an Einfluss auf die ETA eingebüßt.

Jason Webb, Reuters Reuters

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