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Crowdfunding-Idee für Schuldenkrise: Die Rettung Griechenlands kostet doch nur drei Euro

Ein Sixpack Bier, ein Sandwich, zwei Liter Benzin oder - drei Euro. Soviel würde es jeden Europäer kosten, die schlimmste Finanznot Griechenlands zu lindern. Ein Brite versucht nun, diese Summe über einen Spendenaufruf zusammenzukriegen.

Von Niels Kruse

Wie es heißt, sollen beide Seiten am Ende nur um 400 Millionen Euro auseinander gelegen haben. Oder anders gesagt: Die europäischen Institutionen und Griechenland konnten sich nicht einigen, wo diese 400 Millionen Euro noch herkommen/eingespart werden sollen. Deshalb wurden die Verhandlungen abgebrochen, deshalb bekommen die klammen Griechen keine weiteren Hilfsgelder, deshalb werden sie die anstehende Rate in Höhe von 1,6 Milliarden nicht an den Internationale Währungsfonds (IWF) zahlen können, und das könnte das Ende Griechenlands im Euro einläuten. Doch soweit muss es nicht kommen.


"1,6 Milliarden Euro mögen nach einer Menge Geld klingen, doch umgerechnet auf jeden Europäer sind das gerade einmal drei Euro", heißt es auf bei IndieGoGo, einer Seite, die normalerweise Gelder für soziale Projekte sammelt und dies nun auch für die notleidenden Hellenen tun will. Crowdfunding heißt das Prinzip, wenn jedermann die Gemeinschaft für mehr oder weniger sinnvolle Vorhaben um Geld von jedermann bittet. In diesem Fall also nichts weniger als die Erste-Hilfe-Summe für Griechenland. "Greek Bailout Fund" nennt der 29-Jährige Thom Feeney aus der Nähe von London seinen kühnen Spendenaufruf zur Rettung des Landes und vielleicht sogar des Euro.

Spende 3 Euro, bekomme Postkarte

Auf der IndieGoGo-Kampagnenseite gibt er zwar unumwunden zu, dass die 1,6 Milliarden auch nicht allzu lange reichen würden, verspricht im Gegenzug für jede Gabe leckere griechische Spezialitäten wie Oliven, Schafskäse oder Ouzo - je nach Höhe der Spende. Für den Mindestbetrag von drei Euro aber gebe es auf jeden Fall eine Postkarte aus Athen, versandt vom griechischen Regierungschef Alexis Tsipras persönlich. Auch wenn er seine Aktion mit viel britischen Humor verkauft, ernstgemeint sei sie dennoch. "Ich habe es satt, dass die Krise kein Ende findet. Die Menschen müssen ausbaden, was die Politik zerredet - ich will diesen Kreis durchbrechen", schreibt Feeney.

Knapp 6000 Menschen hat der Brite in nicht einmal einen Tag mit seinem Rettungsaufruf erreicht Knapp 110.000 Euro sind in dieser Zeit zusammenbekommen (Stand: 15 Uhr). Gut, es fehlt da noch die Kleinigkeit von 1,5999 Milliarden, aber letztlich geht es für jeden EU-Bürger gerade einmal um drei Euro. "Was haben wir denn zu verlieren?", fragt Crowdfounder Feeney: "Ein weiteres Supermarkt-Sandwich! Noch nicht einmal ein ganzes Pint!" Oder, auf deutsche Verhältnisse übertragen, wahlweise:

  • Ein Sechserträger Bier, oder ein bis zwei kleine Premiumpils in der Kneipe
  • Ein Pfund Tomaten
  • Fünf bis sechs Salatgurken
  • 40 Papierservietten
  • Einen kleinen Sack Grillkohle
  • Nicht einmal eine halbe Schachtel Zigaretten
  • drei Internet-Songs oder eine HD-Folge einer TV-Serie
  • zwei Liter Benzin