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Separatistenhochburg in der Ostukraine: Innenstadt von Donezk unter schwerem Beschuss

Mit Gewalt versucht Kiew die Kontrolle über die Stadt Donezk in der Ostukraine zurückzugewinnen. Unterdessen stellt das Rote Kreuz Bedingungen für seine Hilfe beim Umladen russischer Hilfsgüter.

Die Innenstadt der belagerten Separatistenhochburg Donezk im Osten der Ukraine ist am Donnerstag mit schweren Waffen beschossen worden. Mehrere Mörsergranaten schlugen in die polytechnische Universität und ein Gebäude der Staatsanwaltschaft ein, das von Vertretern der selbst ernannten "Volksrepublik Donezk" besetzt ist. In der Universität wurde demnach bei dem Beschuss ein Dozent verletzt.

Vor einem Einkaufszentrum lagen zudem zwei nicht explodierte Granaten. Das Viertel war von bewaffneten Aufständischen abgeriegelt. Diese teilten mit, zwei Geschosse seien im ebenfalls von den Separatisten besetzten Polizeihauptquartier eingeschlagen. In regelmäßigen Abständen waren Explosionen zu hören.

Die ukrainischen Regierungstruppen belagern die Industriestadt seit Wochen, doch leisten die prorussischen Separatisten heftigen Widerstand. Neben Lugansk ist Donezk die wichtigste Stadt unter Kontrolle der Rebellen. In Lugansk wurden laut einem örtlichen Behördenvertreter bei Artillerieangriffen in den vergangenen 24 Stunden mindestens 22 Einwohner getötet. Die Opferzahl in den umkämpften Gebieten im Osten der Ukraine ist laut der UNO zuletzt stark angestiegen.

Putin spricht sich für Ende des Konflikts aus - auf der Krim

Unterdessen sorgt ein russischer Konvoi mit Hilfsgütern in die umkämpfte Region weiterhin für Probleme. Vor einer Verteilung russischer Hilfsgüter erwartet das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Sicherheitsgarantien aller Konfliktparteien. Der Respekt für die Neutralität und Unabhängigkeit des IKRK müsse durch eine ukrainisch-russische Vereinbarung gewährleistet werden, sagte IKRK-Sprecher Ewan Watson am Donnerstag in Genf.

Zudem brauche das Rote Kreuz Informationen über den Inhalt der von Russland mit einem Konvoi zur ukrainischen Grenze geschickten Hilfsgüter. Sollte es zu einem IKRK-Einsatz kommen, werde man sich auf Kräfte des ukrainischen Roten Kreuzes stützen. Neben den logistischen Fragen müssten auch die Bedürfnisse im Osten der Ukraine abgeklärt und der Ablauf der Hilfsgüterverteilung festgelegt werden. Bis alles dafür bereit ist, könnten die russischen Güter zwischengelagert werden. Die ukrainische Regierung hat mittlerweile einen eigenen Hilfskonvoi in die Ostukraine entsandt.

Russland werde alles in seiner Macht stehende tun, damit der Konflikt in der Ukraine so bald wie möglich beendet werde und das Blutvergießen aufhöre, sagte Präsident Wladimir Putin bei einem Besuch auf der im Frühjahr in Russland eingegliederten ukrainischen Halbinsel Krim am Donnerstag. Das Land wolle sich außerdem nicht von der Welt abgrenzen wolle. "Wir müssen konsolidieren und mobilisieren, aber nicht für Krieg oder irgendeine Konfrontation (...), für harte Arbeit im Namen Russlands", sagte Putin.

ono/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters