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Snowden-Dokumente: CIA wollte Apple hacken - Wikipedia verklagt US-Regierung

Laut einem Medienbericht hat der US-Geheimdienst CIA jahrelang versucht, Apple-Geräte anzuzapfen. Wikipedia hat unterdessen wegen der NSA-Überwachungsaffäre Klage gegen die US-Regierung eingereicht.

Laut "The Intercept" hat die CIA schon seit 2006 versucht Apple-Geräte zu entschlüsseln

Laut "The Intercept" hat die CIA schon seit 2006 versucht Apple-Geräte zu entschlüsseln

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat einem Medienbericht zufolge jahrelang versucht, die Verschlüsselung von Apple-Geräten zu knacken, um die Kommunikation mit iPhones und iPads anzuzapfen. Die Bemühungen hätten schon im Jahr 2006 begonnen, als Apple die Markteinführung seines ersten iPhones vorbereitete, berichtete das Investigativportal "The Intercept" am Dienstag unter Berufung auf Dokumente aus dem Fundus des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden.

Die mit der Entschlüsselung beauftragten Experten hätten im Jahr 2012 bei einer geheimen CIA-Konferenz über ihre Erkenntnisse berichtet, schrieb "The Intercept". Ob die Spione erfolgreich waren, wurde in dem Bericht offen gehalten. Demnach könnte die CIA aber sehr wohl in der Lage sein, Gespräche mit iPhones zu belauschen, die bislang als sicher galten.

Weder die CIA noch Apple wollten sich zunächst zu den Enthüllungen äußern. Sowohl Apple als auch Google hatten im vergangenen Jahr erklärt, sie wollten die Verschlüsselung von Geräten verstärken, die mit ihrer Software arbeiteten.

Wikipedia klagt wegen Spähprogrammen

Die hinter dem Online-Lexikon Wikipedia stehende Stiftung Wikimedia hat die US-Regierung wegen der Überwachung des Internets verklagt. Die am Dienstag vor einem Bundesgericht in Maryland eingereichte Klage wirft der NSA und anderen US-Geheimdiensten vor, ihre Befugnisse zu überschreiten und die Verfassung zu verletzen. Im vergangenen Jahr veröffentlichte Dokumente Snowdens hatten gezeigt, dass die NSA praktisch die gesamte Onlinekommunikation überwachen kann, indem Glasfaserkabel und andere Hauptverbindungen des Internets angezapft werden.

Neben der Wikimedia-Stiftung stehen unter anderem auch Amnesty International und Human Rights Watch hinter der Klage. "Die Überwachung höhlt das ursprüngliche Versprechen des Internets aus: Ein offener Raum für Zusammenarbeit und Experimente", erklärte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. Die Kläger kritisieren, dass die Geheimdienste bei ihrer Suche nach Terrorverdächtigen automatisch die Internetaktivitäten von unschuldigen Bürgern überwachen. Die Meinungsfreiheit der Wikipedia-Nutzer, die in dem Online-Lexikon Beiträge verfassen und bearbeiten, sei durch die Übergriffe auf die Privatsphäre im Netz bedroht.

Das US-Justizministerium teilte in einer ersten Stellungnahme mit, die Klage zu prüfen. In den USA sind mehrere Klagen wegen der Spähprogramme der NSA anhängig. Die Snowden-Dokumente brachten das Ausmaß des US-Überwachungsapparats seit Frühsommer 2013 schrittweise ans Tageslicht. US-Präsident Barack Obama versprach eine Geheimdienstreform, die aber im Kongress feststeckt.

amt/AFP / AFP