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Streit um die ukrainische Halbinsel: Bewaffnete Männer besetzen Krim-Flughafen

Weiter Anspannung auf der Krim: 50 bewaffnete Männer sind in den Flughafen Simferopol eingedrungen - auf der Suche nach ukrainischen Soldaten. Ex-Machthaber Janukowitsch will sich öffentlich erklären.

Die Lage auf der ukrainischen Halbinsel Krim spitzt sich weiter zu. Etwa 50 Männer mit Sturmgewehren haben in der Nacht zu Freitag kurzzeitig den Flughafen auf der ukrainischen Halbinsel Krim besetzt. In der Hauptstadt Simferopol waren die uniformierten Unbekannten in Geländewagen ohne Kennzeichen und mit russischen Fahnen vorgefahren. Sie zogen sich nach kurzer Zeit aber wieder zurück, weil sie keine ukrainischen Soldaten angetroffen hatten. Der Betrieb des Airports war nicht beeinträchtigt.

Ziel sei, eine Ankunft von radikalen und faschistischen Kräften aus Kiew zu verhindern, sagte einer der Männer dem britischen Fernsehsender BBC. Damit sind nationalistische und antirussische Kräfte vor allem aus dem Westen der Ex-Sowjetrepublik gemeint, die den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch vorangetrieben hatten.

Auch Flughafen Sewastopol besetzt

Wie die Nachrichtenagentur Interfax meldet, kontrollieren russische Soldaten auch den Militärflughafen der Stadt Sewastopol im Südwesten. Dort ist die russische Schwarzmeerflotte stationiert.

Die prorussische Volksvertretung auf der Halbinsel sprach sich für eine Volksbefragung über die Autonomie der Region aus. "Durch die verfassungswidrige Machtübernahme in der Ukraine von radikalen Nationalisten und mit Unterstützung bewaffneter Banden sind Friede und Ruhe auf der Krim gefährdet", sagte eine Parlamentssprecherin. Die Mehrheit der Krim-Bewohner sind ethnische Russen.

Janukowitsch will sich erklären

Die neue Übergangsregierung in Kiew warnte ihren Nachbarn Russland vor Truppenbewegungen auf der Krim, die vor 60 Jahren der Ukraine zugeschlagen worden war. Interimspräsident Alexander Turtschinow erklärte: Sollten sich Soldaten der Schwarzmeerflotte in Sewastopol unangemeldet außerhalb der in Abkommen festgelegten Zonen bewegen, werde dies als "militärische Aggression" gewertet.

Knapp eine Woche nach seiner Entmachtung als ukrainischer Präsident will Viktor Janukowitsch sich heute (14.00 Uhr MEZ) erstmals öffentlich zu Wort melden. Er hatte sich am Donnerstag nach Russland abgesetzt.

nck/DPA/AFP / DPA