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Sudan: Eine vergessene Katastrophe

Seit gut einem Jahr geht das Regime in Khartum mit Hilfe arabischer Milizen gegen die schwarzafrikanische Bevölkerung vor. Experten gehen von tausenden Toten und einer Million Flüchtlingen aus. Jetzt droht auch noch eine Hungerkatastrophe.

Sie kamen im Morgengrauen, als noch alles schlief. Hunderte Bewaffnete stürmten das Dorf Murli, mordeten, steckten Häuser in Brand. Fast 100 Einwohner fielen dem Angriff von Milizen und Regierungstruppen nach Angaben von Augenzeugen zum Opfer. Ein solches Blutbad, von dem die Überlebenden aus Murli der Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichten, haben unzählige Menschen in Darfur im Westen Sudans in den vergangenen Monaten erlebt. UN-Experten gehen von möglicherweise tausenden Toten und rund einer Million Flüchtlingen aus.

Hungerkatastrophe droht

"Alle diese Menschen brauchen dringend Hilfe", mahnt Thierry Allafort von Ärzte ohne Grenzen (MSF) in Paris. "Sie können nicht in ihre Dörfer zurückkehren, können nicht anbauen und ernten." Die Mangelernährung unter den Vertriebenen nehme stetig zu. "Ohne wirkliche Hilfe werden wir ein riesiges Problem haben - dann können wir von einer Hungerkatastrophe sprechen." Allein im 3.000-Einwohner-Ort Mornay hätten rund 80.000 Vertriebene Zuflucht gesucht. Als Ärzte ohne Grenzen im Dezember ihre Arbeit dort aufnahmen, seien es erst etwa 5.000 Flüchtlinge gewesen, berichtet Allafort. In nur wenigen Monaten sei die Zahl massiv gestiegen.

Die Zeit für Hilfe drängt: "Im Mai, Juni beginnt die Regenzeit", sagt Allafort. "Dann wird die Versorgung schwierig." Innerhalb der Region Darfur sind Schätzungen zufolge rund 800.000 Menschen auf der Flucht, mehr als 100.000 weitere leben in notdürftigen Flüchtlingslagern im Nachbarland Tschad. Die meisten berichten den internationalen Organisationen, dass Angriffe von arabischen Milizen - teils mit Beteiligung von Regierungstruppen - sie aus ihren Dörfern vertrieben haben. Die Regierung in Khartum macht Rebellen in Darfur, die sich hauptsächlich aus der nichtarabischen Bevölkerung rekrutieren, für die Gewalteskalation verantwortlich.

Die Entdeckung von Ölvorkommen hat die Region zu einem der schlimmsten Schlachtfelder in dem mehr als 20 Jahre dauernden Bürgerkrieg zwischen Nord und Süd werden lassen. Die sumpfige Landschaft in der Nil-Ebene könnte eine Kornkammer des Sudans sein. Doch in der gelb-grünen Weite sind aus der Luft nur wenige Felder erkennbar. Der Krieg behindert die Landwirtschaft, die Menschen haben weder Werkzeug noch Saatgut.

Einführung der Scharia als Auslöser

Manche sehen in dem Konflikt einen Religionskrieg zwischen dem islamistischen Regime im Norden und der Bevölkerung im Süden, die dem Christentum oder Stammesreligionen angehört. Tatsächlich war der Versuch, die islamische Rechtsprechung im ganzen Land einzuführen, ein Auslöser der Kämpfe. Mindestens ebenso wichtig ist jedoch die Tatsache, dass im Süden des Landes wichtige Ölvorkommen liegen. Und je komplizierter die Lage am Golf wird, desto mehr wächst auch das Interesse der USA an alternativen Ölvorräten.

In Darfur ist die Bevölkerung mehrheitlich muslimisch. Hier ist es offensichtlich, dass der Konflikt eine ethnische Komponente hat. Regierungsnahe arabische Milizen gehen seit etwa einem Jahr mit brutaler Gewalt gegen die Angehörigen der schwarzafrikanischen Stämme vor. Human Rights Watch spricht von einer "Strategie der ethnisch motivierten Morde, Vergewaltigungen und gewaltsamer Vertreibungen" und sieht die Regierung dafür in der Verantwortung.

Die Regierung hat die Kämpfe im Süden gewöhnlich als Stammeskämpfe abgetan. Tatsächlich haben die beiden größten Bevölkerungsgruppen der Dinka und Nuer eine lange Geschichte der Feindschaft hinter sich. Äußerlich ähneln sie sich stark: Beide haben fast schwarze Hautfarbe, sind häufig sehr groß und hager und tragen Schmucknarben im Gesicht. In einem Initiationsritus werden Jungen die unteren Vorderzähne ausgebrochen - ein Brauch der angeblich auf die Behandlung von Maulsperre zurückgeht. Beide Stämme sind Rinderzüchter und geraten immer wieder wegen des Diebstahls von Vieh aneinander.

Protest gegen Vernachlässigung

Der Konflikt ist komplex. Schon seit langem überfielen nach Angaben von Amnesty International immer wieder nomadische Gruppen Dörfer in Darfur. Bei einzelnen Angriffen sei auch damals das "Maß von Tötungen und Zerstörungen extrem alarmierend" gewesen. Vor rund einem Jahr erhoben sich dann zwei Rebellengruppen gegen die Regierung - die Sudanesische Befreiungsbewegung (SLM/A) und die Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung (JEM). Sie erklärten, ihre Angriffe seien ein Protest gegen die Vernachlässigung der Region - aber auch gegen das offensichtliche Versagen der Regierung, die Dorfbewohner gegen Überfälle nomadischer Gruppen zu schützen.

Seitdem breitete sich die Gewalt wie ein Flächenbrand aus. Nach Informationen von Beobachtern liegt die Hauptverantwortung für die schweren Menschenrechtsverletzungen bei der sudanesischen Regierung und mit ihr verbundenen arabischen Milizen, den Janjawid. "Die Regierung hat ohne Unterschied zivile Städte und Dörfer bombardiert, die verdächtigt wurden, Mitglieder der bewaffneten Opposition zu beherbergen oder mit ihnen zu sympathisieren", erklärt Amnesty. "Die Janjawid haben willkürlich Zivilisten ermordet, gefoltert, willkürlich verhaftet oder festgehalten, während sie Häuser und sogar ganze Dörfer niederbrannten, die Ernte verbrannten, stahlen oder zerstörten und Vieh erbeuteten."

Entsprechende "Muster massiver Menschenrechtsverletzungen" haben auch UN-Experten ausgemacht. Auch Human Rights Watch erhebt schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Khatum: Die Janjawid arbeiteten jüngst "ganz gezielt mit den Regierungstruppen zusammen und können zudem mit Straffreiheit für ihre massiven Verbrechen rechnen". Die Organisation spricht von einer Kampagne der Vertreibung und einer "Strategie der verbrannten Erde". Khartum weist die Vorwürfe zurück. Außenminister Mustafa Osman Ismail räumte aber kürzlich ein, die Regierung könne gegenüber den Milizen "ein Auge zugedrückt haben", weil diese den Aufstand bekämpft hätten.

Hoffen auf die Waffenruhe

Trotz eines Anfang April ausgehandelten Waffenstillstands bleibt die Situation in Darfur angespannt, anscheinend halten auch Angriffe der Milizen an. Die Deutsche Welthungerhilfe, die im Norden der Region die Verteilung von Lebensmitteln für rund 100.000 Menschen plant, zeigt sich sehr besorgt. So lange die Flüchtlinge nicht in ihre Dörfer zurückkehren können, zeichnet sich kein Ende der Versorgungskrise ab. "Wenn die Menschen nicht anbauen können, werden sie noch weit länger von Lebensmittelhilfe abhängig sein - nämlich bis zur nächsten Ernte im September oder Oktober 2005", sagt der Repräsentant der Welthungerhilfe in Khartum, Johan van der Kamp. Zudem drohe mit dem Beginn der Regenzeit in den kommenden Monaten der zunehmende Ausbruch von Krankheiten.

Hilfsorganisationen bemühten sich nach Kräften, eine Katastrophe zu verhindern und den Hungertod unzähliger Menschen abzuwenden, betont van der Kamp, "aber die nächsten Monate während der Regenzeit werden über Erfolg oder Misserfolg entscheiden." Ausschlaggebend sei auch, was nach Ablauf der 45-tägigen Waffenruhe geschehe: "Es gibt keinerlei Sicherheit, dass der Waffenstillstand in Darfur zu einem dauerhaften Frieden führt."

USA bemühen sich um Vermittlung

Die USA haben sich in den vergangenen Monaten massiv um ein Friedensabkommen zwischen Khartum und der SPLA im Süden bemüht. Beide Seiten verhandeln seit mehr als einem Jahr im kenianischen Naivasha. Ein "Rahmenabkommen" scheint nun so gut wie unterschriftsreif zu sein. US-Außenminister Colin Powell hatte den Verhandlungsführern schon vor Monaten einen Fototermin vor dem Weißen Haus in Washington versprochen, wenn sie sich auf ein Abkommen einigen würden. Doch so lange die Regierung sich nicht auch im Westen des Landes ernsthaft zum Frieden verpflichtet, wird es dazu kaum kommen. "Die amerikanischen Firmen können es kaum erwarten, in den Sudan zurückzukehren", sagte ein Vertreter des US- Außenministeriums.

Silvia Vogt/AP / AP / DPA
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(