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Demilitarisierte Zone: Zwischenfall an der Grenze: Seoul meldet Schüsse aus Nordkorea auf Wachposten

An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea sind offenbar Schüsse gefallen. Der Vorfall ereignete sich kurz nach dem ersten öffentlichen Auftritt von Kim Jong Un seit Wochen. Offiziell sind beide Länder im Krieg.

Grenze zwischen Nordkorea und Südkorea

Südkoreanische Soldaten patrouillieren Ende April an der Grenze zu Nordkorea. Nun fielen am Grenzstreifen offenbar Schüsse

AFP

An der schwer bewachten Grenze zwischen Süd- und Nordkorea ist es nach südkoreanischen Angaben zu einem Schusswechsel zwischen Soldaten beider Länder gekommen. Nordkoreanische Soldaten hätten Schüsse auf einen südkoreanischen Grenzkontrollposten innerhalb der vier Kilometer breiten militärischen Pufferzone abgegeben, teilte der Generalstab in Südkorea am Sonntag mit.

Südkoreanische Soldaten hätten das Feuer erwidert, nachdem sie Warnungen ausgesendet hätten. Es lägen auf südkoreanischer Seite keine Informationen über Opfer oder sonstige Schäden vor. Ob es auf nordkoreanischem Boden Verletzte gab, war zunächst unklar.

Über die innerkoreanischen Kommunikationskanäle solle versucht werden, sich ein genaueres Bild von der Situation zu verschaffen und weitere Zwischenfälle zu vermeiden, hieß es. Südkoreas Militär sei unterdessen in der nötigen Bereitschaftsstellung.

Zwischenfall ereignete sich kurz nach der Rückkehr von Kim Jong Un

Der Zwischenfall im mittleren Abschnitt der demilitarisierten Zone (DMZ) bei Cheorwon ereignete sich einen Tag, nachdem Nordkoreas Staatsmedien von einem ersten öffentlichen Auftritt des Machthabers Kim Jong Un seit längerer Zeit berichtet hatten. Eine knapp drei Wochen lange Abwesenheit Kims hatte Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und Fragen über die Lage in dem abgeschotteten Land ausgelöst. Kim hatte sich laut Berichten nordkoreanischer Staatsmedien am Freitag bei der Einweihung einer Düngemittelfabrik in der Stadt Sunchon erstmals wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Nordkoreas Machthaber war nun wieder lachend und augenscheinlich gesund auf offiziellen Fotos zu sehen.

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Offiziell sind beide Länder seit Jahrzehnten im Krieg

An der See- und Landesgrenze zwischen den beiden Ländern ist es seit dem Korea-Krieg in den Jahren 1950 bis 1953 in der Vergangenheit häufig zu Zwischenfällen gekommen. Doch hatten sich Süd- und Nordkorea vor zwei Jahren auf neue Maßnahmen zur militärischen Entspannung geeinigt. Südkoreas Präsident Moon Jae In und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatten im September 2018 bei einem Gipfeltreffen in Pjöngjang ein Abkommen unterzeichnet, mit dem die militärischen Spannungen an der Grenze abgebaut werden sollten. Die meisten Vereinbarungen wurden von Nordkorea aber nicht umgesetzt. Pjöngjang hat die Verbindungen zu Seoul weitgehend gekappt.

Die benachbarten Länder befinden sich völkerrechtlich noch immer im Kriegszustand. Die DMZ trennt die beiden Länder seit ihrem Bruderkrieg auf vier Kilometern Breite und etwa 250 Kilometern Länge. Der Grenzstreifen in der entmilitarisierten Zone ist vier Kilometer breit und 250 Kilometer lang. Innerhalb des Gebiets sind Patrouillen erlaubt, dabei dürfen die Soldaten aber nicht die Demarkationslinie, also die Grenze zwischen beiden Ländern, überschreiten. Die unmittelbar an die entmilitarisierte Zone angrenzenden Gebiete zählen zu den am strengsten bewachten Gebieten weltweit.

rös / AFP / DPA
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