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Aktivisten-Bericht: Russische Jets sollen Gemüsemarkt in Syrien bombadiert haben – Dutzende tote Zivilisten

Die jüngste Militär-Offensive gegen Idlib in Syrien läuft seit Wochen, immer wieder kommen bei Angriffen in der Provinz Zivilisten ums Leben. Nun trifft es einen Markt in Maarat al-Numan. Aktivisten beschuldigen Russland, den Angriff geflogen zu haben.

Mitglieder der Weißhelme tragen ein verletztes Kind aus den Trümmern

Mitglieder der Weißhelme tragen ein verletztes Kind aus den Trümmern

AFP

Bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind nach jüngsten Angaben von Aktivisten mehr als 40 Zivilisten getötet worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach am Montag von mindestens 41 Toten, darunter 35 auf einem Gemüsemarkt in der Stadt Maaret al-Numan in der Provinz Idlib. Zuvor war von mindestens 23 Toten die Rede gewesen. Idlib ist eine der letzten großen Rebellengebiete Syriens.

Mehr als 100 weitere Menschen seien verletzt worden, viele weitere seien unter den Trümmern begraben. Auch ein Helfer der Rettungsorganisation Weißhelme sei unter den Todesopfern.

Aktivisten zufolge stieg nach den Angriffen in Maarat al-Numan schwarzer Rauch über dem Stadtzentrum auf. Ihnen zufolge flogen Kampfflugzeuge vier Angriffe hintereinander auf dieselbe Gegend. Anwohner berichteten, dass etwa 50 Geschäfte und ein Dutzend vierstöckiger Gebäude zerstört worden seien. "Dies sind rein zivile Gegenden", sagte ein Anwohner der Deutschen Presse-Agentur.

Syrien und Russland fliegen immer wieder Luftangriffe

Die Beobachtungsstelle machte Russland für die Angriffe verantwortlich. Das russische Militär wies dies zurück. Russland ist in dem Krieg der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und kämpft dort seit 2015 mit eigenen Truppen.

Die Aktivisten veröffentlichten das Video einer verschleierten Frau, die US-Präsident Donald Trump auf Englisch mit amerikanischem Akzent dazu aufruft, das "Massaker gegen Zivilisten" zu stoppen. Seit Beginn der Offensive auf Idlib im April wurden der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge mehr als 700 Zivilsten getötet und mehr als 300 000 Menschen durch die Kämpfe vertrieben.

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Syrische und russische Flugzeuge fliegen immer wieder Angriffe auf das Rebellengebiet rund um die Stadt Idlib. Erst am Sonntag waren bei Bombardierungen nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter mindestens elf Zivilisten getötet worden. Dominiert wird das Rebellengebiet von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham. Dort leben etwa drei Millionen Menschen, rund die Hälfte davon Vertriebene.

rw / DPA / AFP