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Taliban in Sprengstoffwesten: Gefechte im Kabuler Regierungsviertel

Trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen sind Taliban-Angreifer am Montag ins politische Nervenzentrum Kabuls gelangt und haben sich stundenlange Gefechte mit afghanischen Sicherheitskräften geliefert.

Trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen sind Taliban-Angreifer am Montag ins politische Nervenzentrum Kabuls gelangt und haben sich stundenlange Gefechte mit afghanischen Sicherheitskräften geliefert. Mindestens zwölf Menschen wurden bei den Kämpfen in der Nähe des Präsidentenpalastes getötet: Das Gesundheitsministerium meldete fünf Tote, darunter ein Kind, und rund 40 Verletzte.

Das Verteidigungsministerium teilte mit, sieben Angreifer seien getötet worden. Präsident Hamid Karsai teilte nach mehr als drei Stunden Kampfhandlungen mit, die Lage sei unter Kontrolle. Die Suche nach Angreifern und ihren Unterstützern in der Hauptstadt gehe weiter.

Taliban-Sprecher Sabjullah Mudschahid sagte der Nachrichtenagentur AP, rund 20 Kämpfer hätten am Morgen das Regierungsviertel angegriffen. Einige von ihnen trügen Sprengstoffwesten. Vor dem Präsidentenpalast sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft und löste ein schweres Gefecht aus, bei dem auch Maschinengewehre eingesetzt wurden.

Inmitten der von den USA und NATO angekündigten Verstärkungen der internationalen Truppen in Afghanistan demonstrierte der Angriff die Fähigkeit der Taliban, auch schwerste Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt zu überwinden. Afghanische Polizisten sperrten das Regierungszentrum weiträumig ab. Hubschrauber kreisten darüber.

Der US-Gesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, sagte, hinter dem Angriff stünden Mitglieder extremistischer Taliban-Gruppen, die im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aktiv seien. "Das sind verzweifelte Leute, sie sind skrupellos", sagte er. "Die Täter werden den Angriff weder überleben noch Erfolg haben. Aber diese Art Dinge ist noch öfter zu erwarten."

DPA / DPA