Terror-Anschläge Osama Bin Laden droht Europa


Die Terrororganisation al Kaida hat der Europäischen Union erneut mit Anschlägen gedroht. Abernals geht es um die Mohammed-Karikaturen in dänischen Zeitungen. Osama Bin Laden verglich die Zeichnungen mit der Bombardierung von Frauen und Kindern. Die Echtheit der Aufnahme wird derzeit geprüft.

Al Kaida-Chef Osama Bin Laden hat einer Online-Botschaft zufolge der Europäischen Union wegen der Mohammed-Karikaturen in dänischen Zeitungen massive Rache angedroht. Die Abdruck der Karikaturen beleidige die Muslime und sei Teil eines neuen Kreuzzuges, in den auch der Papst verstrickt sei, hieß es in einer in der Nacht auf Donnerstag im Internet verbreiteten Audio-Aufnahme. Das amerikanische "IntelCenter" in Wahington schreibt die Aufnahme Bin Laden zu.

Demnach müsse sich Europa müsse auf eine schwere Strafe gefasst machen. Amerikanische Anti-Terror-Experten erklärten, die Authentizität der Aufnahme werde noch geprüft, sie passe aber zur Propaganda-Politik al Kaidas. Die Veröffentlichung fällt auf den Tag, der in der islamischen Welt als Geburtstag Mohammeds gilt und auf den fünften Jahrestag des Irak-Kriegs.

Zeitpunkt bewusst gesetzt

In der fünf Minuten langen Botschaft verglich Bin Laden die Karikaturen mit denen im Krieg getöteten Frauen und Kindern. Der Westen, angeführt vom Weißen Haus, bombardiere gezielt arabische Dörfer. Gegen die Veröffentlichung der "beleidigenden Zeichnungen" verblasse aber auch die Tragödie der getöteten Frauen und Kinder. Dafür werde die Abrechnung noch schwerer wiegen, droht er. In der Aufnahme werden die arabisch gesprochenen Worte in englischer Übersetzung eingeblendet. Die Botschaft richtet sich an "alle Intelligenten" in der Europäischen Union (EU).

Die Aufnahme war mit einer Animation unterlegt, auf der ein Speer blutspritzend eine rote Landkarte Europas durchbohrt. Experten zufolge hat al Kaida den Zeitpunkt der Veröffentlichung bewusst auf den Tag gelegt, der unter Muslimen als Geburtstag von Religionsstifter Mohammed gilt. Es ist offenbar die erste Botschaft Bin Ladens seit dem 29. November 2007, als al Kaida Europa zu einem Ende des Militäreinsatzes in Afghanistan aufgefordert hatte.

"Keine erhöhte Terrorgefahr in Deutschland"

Das Bundesinnenministerium sieht trotz der neuerlichen Anschlagsdrohungen keine erhöhten Terrorrisiken für Deutschland. "Nach erster Einschätzung ergibt sich keine neue Gefahrenlage", sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) habe immer gesagt, dass Deutschland durch mögliche Anschläge islamistischer Terroristen gefähret sei. "Für uns ist von besonderem Interesse, dass hier Deutschland nicht genannt wird", sagte die Sprecherin.

Dänische Zeitungen hatten Mitte Februar aus Protest gegen ein Mordkomplott von Muslimen eine umstrittene Mohammed-Karikatur des bedrohten Zeichners nachgedruckt. Fünf große Blätter, zehn kleinere und eine schwedische Zeitung hatten dabei erneut eines der Werke von Kurt Westergaard aus dem "Jyllands-Posten" veröffentlicht, die im September 2005 in mehreren Ländern zu Unruhen mit Dutzenden Todesopfern geführt hatten. Zuvor hatte die Polizei einen Dänen marokkanischer Abstammung und zwei Tunesier festgenommen, die dem Geheimdienst zufolge die Ermordung des 73-jährigen Zeichners planten.

Unruhen nach Karikaturen

Nach der Erstveröffentlichung der Karikaturen waren drei dänische Botschaften angegriffen worden. Bei Unruhen im Nahen Osten Afrika und Asien starben mindestens 50 Menschen. Bin Laden wird in der schwer zugänglichen Gebirgsregion zwischen Afghanistan und Pakistan vermutet. Im vergangenen Jahr gab es Spekulationen, der Extremistenanführer sei gestorben.

DPA/Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker