Terror Bislang schwerster Anschlag auf CIA in Afghanistan


Der Anschlag auf die CIA, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen, hat schwere Sicherheitsmängel des Einsatzes in Afghanistan offengelegt. Unklar ist, wie der Selbstmordattentäter auf das CIA-Gelände gelangen konnte.

Der Anschlag auf den US-Geheimdienst CIA hat schwere Sicherheitsmängel des Einsatzes in Afghanistan offengelegt. In einer internen Untersuchung werde nun ermittelt, wie der Selbstmordattentäter auf das CIA-Gelände im ostafghanischen Chost gelangen konnte, sagten US-Regierungsvertreter am Donnerstag. Bei dem bislang schwersten Anschlag auf die CIA seit Beginn des Afghanistan-Kriegs sind sieben Agenten getötet worden. Unter ihnen ist auch die Leiterin der CIA-Operationen in der afghanischen Provinz Chost. Sechs CIA-Mitarbeiter wurden bei dem Selbstmordanschlag vom Mittwoch verletzt, wie CIA-Direktor Leon Panetta am Donnerstag mitteilte. Dieser Vorfall wird sehr sehr gründlich geprüft, und die Schlüsse, die daraus gezogen werden können, werden gezogen", sagte ein Regierungsvertreter in Washington

Wer war der Attentäter?

Angaben der Taliban zufolge war der Mann Soldat der afghanischen Armee, die nach und nach die Aufgaben der internationalen Sicherheitskräfte übernehmen soll. Der Täter kam in einer afghanischen Heeresuniform in die am Stadtrand von Chost gelegene Kaserne Camp Chapman und sprengte sich in einer Turnhalle in die Luft. Insgesamt kamen neun Menschen ums Leben. Nach Angaben von ehemaligen Geheimdienstagenten war der Täter als Informant auf den Stützpunkt eingeladen und deswegen nicht durchsucht worden. Zu dem Anschlag bekannten sich die Taliban in Pakistan. Sie teilten am Freitag mit, der Anschlag sei von einem ehemaligen CIA-Mitarbeiter ausgeführt worden, der die Seiten gewechselt habe. Die Taliban bezeichneten den Anschlag als Vergeltung für den Tod eines ihrer Kommandeure bei einem US-Raketenangriff. Damit solle die Fähigkeit der CIA geschwächt werden, Luftangriffe in Pakistan vorzubereiten. Bei solchen Angriffen, zu denen die USA offiziell keine Angaben machen, wurden am Donnerstag und Freitag erneut sechs Menschen getötet.

2009 doppelt so viele US-Soldaten wie 2008 getötet

Die Zahl der in Afghanistan getöteten US-Soldaten verdoppelte sich 2009 gegenüber dem Vorjahr auf 304; 2008 waren es nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP 151 gewesen. Außerdem kamen 109 Soldaten aus Großbritannien, 32 aus Kanada und 59 aus weiteren Staaten ums Leben. Insgesamt war das vergangene Jahr das verlustreichste für die internationalen und die US-Truppen in Afghanistan seit der Invasion vom Oktober 2001. Das Bundesverteidigungsministerium in Berlin sprach vom bislang härtesten und aufwendigsten Jahr seit Beginn der ISAF-Mission. Fünf Bundeswehrsoldaten seien getötet worden - zwei mehr als 2008.

Französische Journalisten in Afghanistan vermisst

In der Provinz Kandahar wurden bei einem Anschlag fünf Kanadier getötet. Der NATO zufolge handelt es sich um vier Soldaten und eine Journalistin. Die 34-jährige Reporterin hatte eine Patrouille begleitet. In der Nähe der Taliban-Hochburg Kandahar fuhr ihr gepanzertes Fahrzeug auf eine Bombe. In der Provinz Urusgan wurden nach Polizeiangaben sechs Afghanen wegen Zusammenarbeit mit der Regierung von Extremisten enthauptet. Außerdem werden seit Mittwoch zwei französische Journalisten und ihre Begleiter in Afghanistan vermisst. Ein Sprecher der Provinzregierung von Kapisa sagte, die vier seien in der Nähe von Surobi, 75 Kilometer östlich von Kabul, entführt worden. Das französische Außenministerium bestätigte dies zunächst nicht, erklärte aber, dass nichts ausgeschlossen werden könne. Die Journalisten vom Sender France-3 arbeiteten an einer Reportage über den Wiederaufbau der Straße von Surobi nach Tagab.

APD APD

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker